Page 26 - Volksdorfer Zeitung VZ 41 November 2019
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Michael Kröger (von links), Katy Berg und Frank Schubert zeigen am Modell die Baupläne auf dem Gelände. Im Hinter- grund ein Neubau mit Senioren- wohnungen.
FOTO: UMSORGT WOHNEN
ten“, freut sich Katy Berg. Un- ter ihnen sind auch erfahre- ne Pflegehelfer, die ihr Exa- men nachholen wollen, so- wie ausländische Mitarbeiter, die in der Pflegeschule Alster- tal zunächst Deutsch lernen – sowohl die Umgangs- als auch die für die Pflege unerlässliche Fachsprache. Anatomie, Medi- kamentenkunde, Krankheits- lehre, Wundmanagement, aber auch Trauerarbeit stehen auf dem Lehrplan. Außerdem wird mit den Lehreinheiten Recht, Ethik, Psychologie, Kommuni- kation, Ernährung und Geria- trie (Altersheilkunde) ein so- lides Grundwissen aufgebaut. Manchmal haben die Altenpfle- geschüler das Gefühl, Medizin zu studieren – so umfangreich ist das Programm. Während der dreijährigen dualen Ausbildung lernen die Azubis im prakti- schen Bereich etwa die Pflege alter Menschen zu planen, ei- genständig durchzuführen und zu dokumentieren.
Interessante Verdienstmög- lichkeiten
Interessant sind auch die Ver- dienstmöglichkeiten. Laut Ta- rifvertrag der Diakonie wer- den im 1. Ausbildungsjahr 1035 Euro gezahlt; im 2. Ausbil- dungsjahr 1111 Euro; im 3. Aus- bildungsjahr 1229 Euro. Außer- dem gibt es Zuschüsse für die HVV-Fahrkarte und zum Sport- studio.
Mit dem Examen in der Ta- sche starten die jungen Mit- arbeiter mit 2866 Euro brutto pro Monat. Mit drei Jahren Be- rufserfahrung steigt das Gehalt auf 2970 Euro. Hinzukommen Schichtzulagen und eine be- triebliche Altersvorsorge. „Wir wollen die Mitarbeiter durch gute Arbeitsbedingungen an unser Hospital binden“, betont Frank Schubert. Deshalb ist auf dem Gelände auch eine Kita ge- plant, damit Eltern, die in der Altenpflege tätig sind, ihre Kin- der in der Nähe gut unterbrin- gen können. Nicht zu verges- sen sind die Weiterbildungs- möglichkeiten, etwa zur Wohn- bereichs- oder Pflegedienstlei- tung.
HOSPITAL ZUM HEILIGEN GEIST
Planung für die nächsten zehn Jahre
die Zahl der Service-Wohnun- gen von 312 auf über 750. In Volksdorf, Poppenbüttel, Sasel und Wellingsbüttel leben vie- le Senioren allein in ihren Häu- sern, die ihnen oft zu groß sind und zu viel Arbeit machen. Die Menschen sind bereit für ei- nen Neuanfang. „Für die Woh- nungen mit Größen zwischen 40 und 100 Quadratmetern ha- ben wir bereits seit Jahren eine lange Warteliste“, erklärt Frank Schubert den Trend. Umfang- reiche Dienstleistungen ermög- lichen den Verbleib in der eige- nen Wohnung auch bei zuneh- mendem Betreuungsbedarf.
Doch auch für Senioren, die ausdrücklich nicht umziehen wollen und selbst bei einsetzen- dem Pflegebedarf so lange wie möglich in der vertrauten Häus- lichkeit bleiben möchten, gibt es zahlreiche Unterstützungs- angebote: Zum Hausnotruf, dem ambulanten Pflegedienst, dem Menüdienst und Mittags- tisch im Restaurant sowie der Kurzzeitpflege wird es künf- tig eine weitere Tagespflege auf dem Gelände am Hinsbleek ge- ben. Ein Nahversorger, ein Bil- dungscampus und weitere öf- fentliche Angebote, die auch für die Nachbarn aus den an- grenzenden Quartieren zu- gänglich sind, runden das Leis- tungsspektrum ab.
Ausbildung und Arbeitsbedingungen
Zur langfristigen Personalpla- nung gehört auch eine Stra- tegie, um junge Menschen für Berufe in der Pflege zu begeis- tern. „Allein in diesem Jahr konnten bei uns 59 qualifizier- te Bewerber ihre Ausbildung beginnen. Das sind mehr, als wir ursprünglich geplant hat-
VON JOCHEN MERTENS
Gegründet 1227 hat
das Hospital zum Hei- ligen Geist mit seiner nahezu 800-jährigen Geschichte eine lange Tradition. An der Spitze der traditionsreichen Altenpfle- geeinrichtung stehen nun die Vorstände Frank Schubert und Michael Kröger sowie die Pfle- gedirektorin Katy Berg. Sie füh- ren das Unternehmen mit 1.200 Bewohnern und 900 Mitarbei- tern in die Zukunft.
23 Neubauten sind in der Pla- nung. „Dafür investieren wir ei- nen dreistelligen Millionenbe- trag“, gibt Michael Kröger die Marschrichtung vor. Zahlreiche Gebäude sind in die Jahre ge- kommen und der Pflegebedarf hat sich verändert. So wird es bereits im ersten Bauabschnitt sechs Pflegewohngemeinschaf-
Buchtipp
Der Ratgeber „Umsorgt wohnen“ (12. Auflage) stellt Altenheime und Seniorenwohnungen mit Preisen und Leistungen vor. Außerdem wird die Pflegeversi- cherung anschaulich erklärt. Das Buch hat 496 Seiten und ist für 19,90 € im Buchhandel
sowie in der Geschäftsstelle vom Hamburger Abendblatt erhält- lich: Großer Burstah 18-32, 20457 Hamburg.
Bestellung online unter www. umsorgt-wohnen.de oder tele- fonisch: 040 / 600 898 40 (zzgl. 3,10 Euro Versandkosten).
ten für jeweils zwölf Bewoh- ner mit demenziellen Erkran- kungen geben. „Es wird für jede Gruppe wohnlich und familiär, ohne diese endlos langen Flu- re. Die Aufenthaltsräume und Bäder werden größer. Auch die Terrassen und Balkone sollen für jedermann erreichbar sein, ohne jedes Mal den Rahmen von einer der Türen überwin- den zu müssen“, erklärt Katy Berg die Verbesserungen. Beim Neubau können Barrierefrei- heit und Energieeffizienz (mit weniger als 55 kWh/(qm·a)) problemlos berücksichtigt wer- den.
Weniger Altenheimplätze, mehr Wohnungen
Von den derzeit 732 Apart- ments im Altenheim wird es in 10 bis 15 Jahren nur noch etwa 500 geben. Dagegen steigt
26 Volksdorfer Zeitung November 2019