Page 33 - CADMOS Vorschau Fruehjahr 2019
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FAMILIENHUNDE | DER PERFEKTE FAMILIENHUND?
Der Labrador hat das Image des perfekten Familienhundes. (Foto: shutterstock.com/ wavebreakmedia)
 DER
PERFEKTE
FAMILIEN­ HUND?
  VON ROLF C. FRANCK
Die junge Familie hat sich den Traum vom eigenen Heim in der Vorstadt erfüllt und die Kinder sind „aus dem Gröbsten raus“. Nun fehlt zum Glück nur noch der perfekte Familienhund.
So oder ähnlich ist die Vorgeschichte bei so manchem Anruf
in der Hundeschule mit der Frage nach einem Kursplatz für das neue Familienmitglied.
Hunde waren schon immer Familien- mitglieder, vermutlich, seit sie sich vor langer Zeit vom Wolf zum Hund entwickelt hatten. Der mehr oder weniger starke Familienanschluss war nach Meinung des kürzlich verstorbe- nen Hundeforschers Professor Ray Coppinger eine treibende Kraft hinter der Domestikation von Canis familiaris
vor vielen Tausend Jahren. Dieser profitierte von einem Leben in der Nähe der Menschen, die für ihn mit ihren Abfällen und, ja, auch Fäkalien eine kontinuierliche Nahrungsquelle waren und seinen Welpen mehr Sicherheit vor natürlichen Feinden boten. Auch wenn Coppingers Theorie über die Domestikation des Hundes
inzwischen oft kritisch gesehen wird, ist die menschliche Familie sicherlich der Magnet, der den Wolf aus der Wildnis an und in das Haus gezogen hat.
Inzwischen werden auch Arbeits- hunde, wie Jagd-, Hüte-, Zoll- und Hofhunde, immer öfter in die Familie integriert. Lebten sie noch vor
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   ALLTAGSKRANKHEITEN | HÄUFIGE AUGENERKRANKUNGEN BEIM HUND
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(Foto: shutterstock/Detlef Freese)
 HÄUFIGE AUGEN­ ERKRANKUNGEN
BEIM HUND
„Das Auge ist der Spiegel zur Seele“, sagt man. Auch beim Hund kann man viele Erkrankungen an den Augen erkennen. Wenn ein Tier sich schlecht fühlt, fallen oft die dritten Augenlider (Nickhäute genannt) vor. Entzündungen des Körpers können sich im Auge zeigen. Unter Umständen auch hoher Blutdruck, zu hohe Blutfettwerte oder Nierenprobleme. Im Auge treffen viele Superlative des Körpers zusammen. In der Aderhaut sind die meisten Blutgefäße und in der Hornhaut die meisten Nervenzellen auf einem Fleck zu finden. Man kann einen Blick auf die kleinsten sichtbaren Blutgefäße des Körpers werfen, wenn man sich die Netzhaut anschaut, und der Sehnerv, als Gehirnnerv, ist ebenfalls als Ausstülpung dort sichtbar.
 VON ULRIKE KOCH
Grundsätzlich ist das Hundeauge wie unser Menschenauge aufgebaut. Der Hund hat zusätzlich zu seinen Augenlidern, die wir auch haben, eine Nickhaut, ein inneres Lid, das sich wie ein Schutzschild von innen nach außen über das Auge schiebt, wenn der Hund seinen Augapfel in die Augenhöhle zurückzieht. Diese Fähigkeit haben wir Menschen im Laufe der Entwicklung leider verloren, nur noch das kleine Bindehautknöpf- chen im Inneren unserer Augenwinkel zeugt von dieser verlorenen Möglich- keit, das Auge zu schützen. Wie bei uns gibt es die transparente Hornhaut,
sie ist beim Tier sehr viel größer als beim Menschen und nimmt fast die gesamte sichtbare Fläche zwischen den Augenlidern ein. Die Hornhaut wird umgeben von der weißen Lederhaut, auch Sklera genannt: Sie umgibt den Rest des kompletten Auges. Hinter der Hornhaut befindet sich die mit Kammerwasser gefüllte vordere Augenkammer. Dann sieht man die Regenbogenhaut (Iris) mit ihren unterschiedlichen Farben, dahinter liegt die Linse, eingebettet und aufgehängt in ihrer Linsenkapsel. Anschließend folgt der Glaskörper, eine etwas gallertige Masse, und dann
kommt das Wichtigste, die Netzhaut mit den Stäbchen und Zapfen, den Sinneszellen, die das Licht wahrneh- men. Im Gegensatz zu uns, die wir drei Farben sehen können, haben die meisten Säugetiere nur zwei unter- schiedliche Zapfenarten. Die Wahrneh- mung von Farben ist damit vergleich- bar mit der eines Menschen mit einer Rot-Grün-Schwäche. Dafür haben die meisten Tiere aber ein sogenanntes Tapetum in ihrer Netzhaut, eine Art Restlichtverstärker, mit dem sie in der Dämmerung deutlich besser sehen können als wir.
Die Augenerkrankungen beim Hund
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         Es gibt sehr ung reichen von usgefallenen Warentest mit er fast nicht mehr
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nthalten sein sollte. Auch twendige Komponenten, die d als sogenannte essenzielle ne nicht selbst herstellen kann, hier eine wichtige Rolle, z. B.
mte Aminosäuren (Bausteine weißen) oder einige Fettsäuren.
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DOGS WITH JOBS | HUNDE IM KRIEG
MOLOSSER
Aus Zehnkämpfern werden Spezialisten
In der Geschichte der Zivilisationen und der Koevolution von Wolf und Mensch selektierten die Menschen das „Gesamtpaket“ des Wolfes auf spezielle Fähigkeiten und setzten diese für menschliche Interessen ein: Aus dem Einkreisen der Beute wurden Hütehunde, aus Wölfen, die Familie und Terrain verteidigten, Herden- schützer. Beutefang ließ sich ausrich- ten auf menschliche Beute: Krieg.
Ob Angriff oder Rettung von Verletz- ten, ob Gefangennahme (Festhalte- biss), Töten (Tötungsbiss) oder Bewachen des Lagers (Territorialver- halten) – das genetisch angelegte Verhalten eignet sich bestens für das Militär: soziale Kommunikation, orten, anschleichen, anzeigen, fixieren, einkreisen, hetzen oder draufstürzen, töten und zerreißen, Spuren suchen, Territorium verteidigen und Bindung an die Eigengruppe – dazu ein grandioser Geruchssinn, den bis heute kein Hightechsensor ersetzen kann. Domestizierte Hunde verwenden
selten die gesamte Beutefangsequenz, so gibt es welche, die den Gegner nur am Ort fixierten, wie Bullmastiffs, andere, die ihn in Stücke rissen, wie die Molosser der Antike, oder jene, die Vermisste fanden, wie Labradore. Hunde dienten im Krieg als Kämpfer, als Kundschafter, als Boten, Sanitäter, als Zugtiere und als Wächter, als Seelentröster wie als Sprengstoff- schnüffler.
MORDWAFFE
„Indische Hunde“
im Alten Orient
Bereits die Perser der Antike setzten „indische Hunde“ als lebende Waffen ein – vermutlich entsprachen diese den Tibetdoggen – und in den Ruinen von Bir Nimrud fand sich die Darstel- lung eines assyrischen Kriegshundes. Als der persische Großkönig Xerxes in Griechenland einfiel, begleiteten ihn eine Unzahl „indischer Hunde“, und der Perserherrscher Kambyses führte Meuten von Kampfhunden in seinen Feldzug gegen Ägypten. Griechen griffen ebenfalls mit Hunden an, und die Magnesier bildeten, laut Aelian,
MASKOTTCHEN
HUNDE IM KRIEG
(Foto: shutterstock/Africa Studio)
Der Wolf galt Kriegern als Vorbild, und auch der Einsatz von Kriegshunden reicht zumindest in die Frühzeit schriftlicher Überlieferungen zurück. Mensch und Wolf arbeiteten als Jäger zusammen. Wölfe, die mit Menschengruppen kooperierten, brachten drei genetische Voraussetzungen mit, die sich als unschätzbar erwiesen: Territorialverhalten, gepaart mit hoher sozialer Intelligenz und Beutefang. Zudem entsprang der Krieg zwischen Gruppen von Jägern und Sammlern der gleichen Quelle wie Konflikte zwischen Wolfsfamilien: Kontrolle über ein (Jagd-)Territorium.
VON DR. UTZ ANHALT
 ten gel- en neren mitten
Bereits vor über 4000 Jahren wurden Schlittenhunde in vielen arktischen Gebieten zur Fortbewegung einge- setzt. Auch wenn die FCI (Fédération Cynologique Internationale) bis heute vier Schlittenhunderassen offiziell anerkannt hat, geht es im Schlitten- hundesport und bei Hunden im Gebrauchseinsatz nicht um Rasse- standards, sondern um Leistung.
ei, doch türmt hlitten- würden,
n und zurück, das nicht völlig urztripp erleben on Prof. Dr. Martin
erfahren, stand zum ünstigen Jahreszeit
Ausdauerwunder
Der Begriff „Schlittenhunde“
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Bereits in der Antike begegnet man auf Fresken Blinden oder körperlich beeinträchtigten Menschen, die von einem Hund begleitet werden. 1916 wird die erste Führhundschule der Welt in Deutschland gegründet, ein Modell, das weltweit Nachahmung findet. 1972 wird der erste Rollstuhlbegleithund für eine Frau mit Tetraplegie (gelähmt an allen vier Gliedmaßen) ausgebildet. Mittlerweile gibt es Hunde, die beispielsweise
bei Diabetikern oder Epileptikern ein Unterzuckerungs-/Überzuckerungs- oder Anfallsgeschehen rechtzeitig anzeigen und Hilfeleistungen bieten können, Hunde, die stark traumatisierte Menschen begleiten und ihnen so den Mut zurückgeben, das Haus wieder zu verlassen und unter Menschen zu gehen, oder Hunde,
die Gehörlose vor unhörbaren Gefahren warnen.
VON DR. ANKE GÖRLINGER
Gerade in den letzten Jahren entde- cken immer mehr Menschen mit Beeinträchtigungen, wie ein Hund ihnen mit seinen Hilfeleistungen eine Teilhabe im Alltag ermöglicht. Verbunden mit einem Assistenzhund ist bei allen Betroffenen der Wunsch, diesen Hund überallhin mitnehmen zu können und Zutrittsrechte beispiels- weise in Lebensmittelgeschäften oder Arztpraxen zu bekommen. Bisher hat nur der Blindenführhund diese Privilegien, die aber zunehmend erweitert werden auf andere Assis- tenzhunde. Diese Entwicklung haben auch diverse Hundeschulen zum Anlass genommen, sich als Assistenz- hundeausbildungsstätte für Assistenz- hunde jeglicher Art zu bezeichnen, Prüfungen für Assistenzhundeteams abzunehmen, die erfolgreich geprüften Teams mit Fantasiekennwesten und Ausweisen auszustatten und letztend- lich Ausbildungshonorare von 6000 bis 30.000 € pro Assistenzhund zu verlangen. Leider ist die Qualität dieser Ausbildungen sehr unterschied- lich, und daher ist seit Jahren eines meiner Berufsfelder die Erstellung von Gutachten über sogenannte Fehlver- sorgungen bei Assistenzhundeteams.
Ich treffe auf Hunde, die völlig gestresst durch Einkaufszentren taumeln und lieber die Flucht ergreifen möchten oder durch jahrelang fehlenden Freilauf auf keinerlei Rückruf reagieren und ihre blinden Besitzer bei Gelegenheit im Park stehen lassen, PTBS-Hunde, die ein ausgeprägtes Jagdverhalten oder ein sehr distanzloses Verhalten gegenüber Fremden in Gegenwart ihrer sozialphobischen Hundehalter zeigen, Hunde, die aufgrund falscher Ausbil- dung permanent in der Erwartung von Belohnungen Unterzuckerungen anzeigen, die nicht vorliegen, oder Hunde, die einem Menschen nach einem epileptischen Anfall nicht das vom Hundehalter dringend gewünschte Hilfetelefon bringen, sondern lustig mit diesem Telefon im Maul davonlaufen. Auch chronisch erkrankte Hunde sind häufig zu finden, die den Belastungen eines Assistenzhundes gesundheitlich nicht gewachsen sind.
Leinenpflicht oder sonstigen Reglemen- tierung zu unterliegen. Die Besitzer dieser Hunde sind hilflos, weil sie ihren Trainern vertraut haben und selbst kaum Sachkenntnis über die Haltung und das Training von Hunden besitzen. Gerade psychisch betroffene Men- schen, die solch einen „Problemassis- tenzhund“ besitzen, geraten oft an die Grenzen ihrer Belastbarkeit.
All diese Hunde haben sehr viel Geld gekostet, bringen sich und ihre beeinträchtigten Besitzer täglich in Gefahr und belästigen andere Men- schen, werden aber als Assistenzhunde gekennzeichnet, mit der Forderung, überall Zutritt zu bekommen und keiner
Gesetzliche Regelungen
Natürlich gibt es auch eine Vielzahl von Assistenzhundeteams, bei denen eine sehr gute Beziehung zwischen Hund und Mensch vorliegt und wo die Hunde ihre Arbeit gern und zuverlässig tun. Dennoch ist der gesamte Bereich der Assistenzhunde ein Graubereich, denn in Deutschland gibt es keine genaue Definition, was ein Assistenzhund überhaupt ist, was er können muss, was seine Besitzer wissen müssen und wie ein sinnvoller Ausbildungsstandard aussehen könnte.
Im Februar 2017 ist im Bundesrat der Entschluss gefasst worden, einen Gesetzentwurf zu schaffen, in dem der Assistenzhund in das Hilfsmittelver- zeichnis aufgenommen wird und bundesweit einheitliche Qualitätsstan-
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 sitzplatzfuss ENTSPANNTE HUNDEBEGEGNUNGEN
BACKLIST s.S. 36 HUNDE s.S. 30 PFERDE s.S. 26 AV-BUCH s.S. 22 KOCHEN s.S. 16 GARTEN s.S. 12 LANDLEBENs.S. 06



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