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 padour. [...] Auf der Anrichte der Conditorei stan- den Gebäcke, Süssigkeiten und Torten aufgereiht [...] ohne den Lederhandschuh abzuziehen fuhr Waldemar quer mit dem roten Zeigefinger über eine der Torten hin, häufte die Schlagsahne auf seinem Lederfinger und fuhr damit seiner Braut vom linken Ohr bis zum rechten, als sei das die Art, den Geschmack der Ware zu prüfen. Er sagte ernsthaft: ,Probier`mal, Schnauz!’ – Dann warf er einen Zehnmark-Schein auf die Anrichte (zu dieser Zeit sehr viel) und floh zu aller Erstaunen aus der Conditorei, die erschrockene Braut nachsichzie- hend [!]. Beide rannten um die nächste Ecke, wo Waldemar dann die Schlagsahne aus dem Gesicht seiner Braut fortschleckte und dazwischen meinte: ,Ausgezeichnet – vorzüglich – etwas zu süss – was meinst Du?’»
Da Bonsels in den 1920er Jahren eine Person des öffentlichen Lebens war, wurden auch fleissig Klatschblätter über sein öffentliches Auftreten gefüllt. Hauptsächlich wurden dabei seine Frauengeschichten thematisiert, welche von Einigen nicht ganz gebil- ligt wurden. Der Schriftsteller Franz Blei schrieb dazu folgendes amüsantes Zitat:
«DAS BONSELS. Englische, sehr bewegliche Windhundrasse, die nur männlich, aber mit star-
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