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Verwendung von Findlingen
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden immer mehr befestigte km lange Straßen gebaut.
Viele Findlinge wurden gesprengt und zu Packlagen und Pflastersteine zerschlagen. Es folgten Jahre
der Flurbereinigung. Man befreite die landwirtschaftlich genutzten Flächen von Findlingen. Größere
Steine wurden tiefer gelegt, vergraben oder gesprengt und die Bruchstücke und kleine Findlinge auf
einer Mülldeponie gelagert. „Aktion saubere Landschaft“. Zu selten wurden größere Steine außerhalb
der Ackerfläche an Waldrändern zu einer Steinhalde getürmt.
Aus diesem Handeln entstand wohl der Gedanke diese Zeugen der Eiszeit vor der Zerstörung zu
bewahren.
Es entstanden Findlingsgärten. Der erste soll 1979 am Steinhuder Meer angelegt worden sein.
Ein zweiter bei Vechta auf einem Gelände der Hochschule der als Lehrgarten dient.
Ein Findlingsarten hat die Stadt Winterswijk mit einem großen Spektrum an kristallinen und
sedimentären Findlingen.
Eine Ansammlung von größeren Geschieben und Findlingen sind östlich der Weser im Petershagener
Ortsteil Neuenknick und in der Loccumer Heide.
Zur Bergung und Versetzung der Findlinge war vor 100 Jahren eine kräftige Mannschaft gefragt.
Bestmögliche Materialien und gute Geschicklichkeit waren Voraussetzung einen Koloss an einen
anderen Ort zu transportieren. Heute stehen der Mannschaft Maschinen in aller Größe zur Verfügung.
Findlinge vermitteln den Eindruck beständig und unvergänglich zu sein.
So dienten Opfertische und Opfersteine als Kultstätte.
Sagen und Volkssitten sind mit Findlingen verbunden.
Inschriften werden eingraviert. Ehren- und Gedächtnistafeln an Findlingen befestigt.
Im Garten- und Landschaftsbau und in privaten Gärten sind Findlinge was Besonderes. Vor Museen
und Tierparks stehen sie. Findlinge stehen geschützt in Wäldern und ein Findlingsgarten ist am
Seddiner See entstanden.