Page 22 - Volksdorfer Zeitung VZ 41 November 2019
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ABSCHIEDSKONZERT AM ROCKENHOF
Das Wunder des Chorklangs
32 Jahre hat Christoph Schönherr die Walddörfer Kantorei geleitet. Im Dezember verabschieden sich seine Frau Bärbel und er von dem Volksdorfer Chor.
Es grenzt an ein Wunder.
Aus vielen Stimmen von Laiensängern wird ein traum- haft schöner Sound mit profes- sioneller Qualität: „Wow, was können wir für einen schönen Chorklang schaffen!“ So hat Christoph Schönherr die Fas- zination des Chorgesangs be- schrieben, als die von ihm ge- gründete Walddörfer Kantorei ihr 25-jähriges Bestehen feier- te. Jetzt, sieben Jahre später, naht der Abschied: Am Sonn- abend, den 7. Dezember, in der Kirche am Rockenhof tritt Schönherr das letzte Mal als
Chorleiter der WDK auf (siehe Text „Adventskonzert zum Ab- schied“).
Mehr als 70 Konzerte
Mehr als 70 Konzerte hat Schönherr mit der Walddörfer Kantorei bestritten, viele da- von in Volksdorf, einige in der Laeiszhalle oder im Michel so- wie in allen Hamburger Haupt- kirchen, 16 Auftritte während der Konzertreisen nach Mai- land, St. Petersburg, Barcelo- na, Warschau, Riga oder Wien. Nun hört der 67-Jährige auf – schweren Herzens: „Von allen
Abschieden, die ich in meinem beruflichen Leben hatte, wird das der heftigste“, sagt Schön- herr. Von 1980 bis 1999 war er Lehrer für Musik und Deutsch am Walddörfer-Gymnasium, hat dort unter anderem die Bigband ins Leben gerufen. Im Jahr 1987 wurde Schönherr von Hermann Rauhe, Präsi- dent der Hochschule für Musik und Theater, und Dieter Glawi- schnig, NDR-Bigband-Chef und Jazz-Professor, gebeten, an der Hochschule einen Jazzchor aufzubauen. Es war damals der erste Jazzchor an einer deut- schen Musikhochschule. Neben dieser Tätigkeit lehrte Schön- herr bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2015 als Professor für Ensembleleitung und Musik- pädagogik an der Hamburger Hochschule.
32 Jahre Beständigkeit
Beständigkeit hatte in den ver- gangenen 32 Jahren vor al- lem dies: Gemeinsam mit sei- ner Frau Bärbel sitzt Christoph Schönherr Anfang der Woche
am hölzernen Esstisch. Über die Noten gebeugt, feilen bei- de in ihrem Volksdorfer Haus am Probenplan für den Diens- tagabend. Wenn sich der Chor dann im Probenraum am WDG versammelt hat, übernimmt sie meist das Einsingen und später die Stimmproben für Sopran und Alt, während er mit den Te- nören und Bässen in einem an- deren Raum übt. Dann wird das Gelernte „im Tutti“ zusam- mengesetzt und am Gesamt- klang gearbeitet. Wie werden die beiden ab Januar die Diens- tagabende verbringen? „Sicher werden wir daran denken, dass ,unser' Chor jetzt gerade probt – natürlich mit einer gewissen Wehmut, aber voller Hoffnung, dass ,unser Baby' sich unter neuer Leitung weiter gut entwi- ckelt“, antwortet Bärbel Schön- herr.
Die Walddörfer Kantorei hat klassische Werke aufgeführt wie zuletzt Johannes Brahms' Requiem im Juni. Auch Urauf- führungen zeitgenössischer Komponisten, Jazz-Messen und
Orchesterprobe in Graz 2018.
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November 2019