Page 130 - Aufruf zur Islamischen Union
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keinesfalls zu Elementen werden, die eine gemeinsame
                Beschlußfassung und die tatkräftige Umsetzung des politischen
                Willens behindern. Alle Streitigkeiten unter den Muslimischen
                Ländern     müssen    in    dieser   Zentrale    geklärt   und
                Auseinandersetzungen beseitigt werden. Eine Islamische Welt, die
                ihre eigenen Probleme selbst lösen kann wird mit Leichtigkeit eine
                Lösungsmöglichkeit für die Probleme finden, die mit den
                Mitgliedern anderer Kulturen entstehen. Einem Zentrum, das in die-
                ser Form alle Muslime vereinigt, ist es auch möglich, eine gemeinsa-
                me Politik hervorzubringen und diese praktisch durchzuführen.
                     Ganz am Anfang der zu behandelnden Themen stehen hier po-
                litische Probleme wie Palästina, Kaschmir und Irak, die geistige
                Auseinandersetzung mit dem Terrorismus, Rückständigkeit,
                Armut, Gesundheitswesen und Erziehung. Dies sind nicht
                Probleme, die alle Muslime direkt betreffen und für deren Lösung
                die Solidarität der Islamischen Welt erforderlich ist. Niemand kann
                sinnvollerweise behaupten, daß die Ereignisse in der Al Aksa
                Moschee nur die Palästinenser betrifft, daß die den Grausamkeiten

                ausgesetzten Muslime im Kaschmir sich um sich selbst kümmern
                sollten, oder daß die Kinder, die in der Islamischen Welt vor dem
                Verhungern stehen, das Problem des betreffenden Landes sind. Der
                Glaube der Muslime erlaubt ein solches Denken nicht.
                     Da jedoch die Muslime bisher keine starke Union errichten konn-
                ten, schlagen bei diesen und ähnlichen Themen an ihrer Stelle andere
                Länder Lösungsmöglichkeiten vor. Diese Vorschläge stimmen nicht
                mit den Interessen der Muslime überein oder gehen nicht über Pläne
                mit kurzfristigen Lösungen hinaus. In vielen Regionen, in denen es zu
                Auseinandersetzungen und Streitigkeiten kommt, ist es hinderlich,
                daß die Muslime nicht in einer starken Position sind und bei den dar-
                gelegten Vorschläge nicht lenkend eingreifen können. Projekte, die
                den Muslimen als "Friedensplan" vorgelegt werden, enthalten mei-
                stens Artikel, die diese in weitere Bedrängnis und Schwierigkeiten




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