Page 14 - Das Globale Freimaurertum
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Das globale
                                          fre›maurertum

              plötzliche Abkehr des christlichen Europa von seiner vorher eher friedli-
              chen Politik in früheren Perioden seiner Geschichte, u nd zwar hin zu ei-
              ner ausgesprochen aggressiven Außenpolitik.
                   Der erste Aufruf zu den Kreuzzügen kam von Papst Urban II., der
              1095 das Konzil von Clermont einberief und dort durchsetzte, dass die bis
              dahin pazifistische Grundhaltung der christlichen Staaten aufgegeben

              wurde. Damals wurde der Heilige Krieg der Christenheit ausgerufen, mit
              der erklärten Absicht, das Heilige Land der Herrschaft der Muslime zu
              entreißen. Unmittelbar nach dem Konzil wurde eine riesige Armee von
              Kreuzrittern, Berufssoldaten und Zehntausenden zwangsrekrutierter
              Soldaten aufgestellt.
                   Die Historiker glauben, dass Urban II. zu diesem Abenteuer aufrief,
              um seinen Rivalen im Kampf um den Heiligen Stuhl in Rom aus dem Feld
              zu schlagen. Sein Aufruf stieß bei den Königen, Fürsten und dem Adel in
              Europa auf helle Begeisterung, weil sie damit ihre durchaus weltlichen

              Bedürfnisse befriedigen zu können glaubten. In den Worten des
              Historikers Donald Queller an der University of Illinois: “Die französi-
              schen Ritter wollten mehr Land. Die italienischen Kaufleute erhofften sich
              dadurch eine Ausweitung ihres Handelsnetzes bis in den Nahen Osten …
              Große Teile der verarmten und notleidenden Bevölkerung  schlossen sich
              den Kreuzzügen nur an, um dem Elend in ihren Heimatländern zu ent-
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              kommen.”  Entlang ihres Weges ermordeten sie massenweise Muslime
              und auch Juden, getrieben von der Gier nach Gold und Edelsteinen. Diese
              Gier ging soweit, dass sie ihren Opfern sogar die Mägen aufschlitzten,
              weil sie glaubten, diese hätten noch im Sterben ihre Schätze verschluckt.
              Ihre Gier war so grenzenlos, dass sie während des 4. Kreuzzugs sogar die
              christlich geprägte Stadt Konstantinopel (heute Istanbul) plünderten, in-
              dem sie das Gold von den christlichen Fresken in der Hagia Sophia ab-
              kratzten.
                   Nach einem langen und beschwerlichen Weg, der gesäumt war von
              getöteten Muslimen, erreichte der buntscheckige Zug namens





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