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WETTRÜSTEN
RÜSTUNG
MILITÄRAUSGABEN
STEIGEN WELTWEIT
Die weltweiten Verteidigungsausgaben sind 2019 so stark gestiegen wie
seit zehn Jahren nicht; im Vergleich zum Vorjahr mit einem Zuwachs von
vier Prozent. Die USA, Russland, Frankreich, Deutschland und China sind
die grössten Waffenlieferanten der Welt. Gemeinsam waren die fünf Länder
zwischen 2015 und 2019 für mehr als drei Viertel aller Rüstungsexporte
weltweit verantwortlich. Das zeigt eine aktuelle Studie von SIPRI.
> Von In Zusammenarbeit mit dem Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI)
NEUES WETTRÜSTEN zunehmenden Spannungen zwischen den Grossmächten und
Die beiden Länder mit den weltweit höchsten Militärbud- einem erhöhte Gefühl der Bedrohung rund um die Welt.
gets, die USA und China, investierten im Vergleich zum Jahr Hauptsorgen sind unter anderem die Aufkündigung des
2018 jeweils 6,6 Prozent mehr Geld in ihre Streitkräfte. Die INF-Abrüstungsvertrages zwischen den USA und Russland
US-Ausgaben wuchsen demnach um 53,4 Milliarden Dol- und der wirtschaftliche und militärische Aufstieg Chinas.
lar - die Summe entspricht in etwa dem gesamten Verteidi- Aber auch regionale Konflikte wie die in der Ukraine, in Sy-
gungshaushalt Grossbritanniens, dem sechstgrössten Budget rien und Libyen tragen zu dieser Entwicklung bei. Zudem
weltweit. Eine interessante Zahl aus der Studie: Die US-Mili- erhöht die Präsentation neuer Waffen in den USA, in China
tärausgaben sind viermal so gross wie die Summe der Vertei- und Russland das Gefühl der Bedrohung.
digungsetats aller europäischen Staaten.
In Europa belief sich der Anstieg der Militärausgaben von
BEDROHUNG WÄCHST 2019 auf 4,2 Prozent. Die Gründe für die Europäer, aufzu-
Und das mitten im sich anbahnenden neu kalten Krieg mit rüsten, liegen bei den Unsicherheiten in Bezug auf das un-
US Schiffslaser-Kanone
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