Page 5 - 2018-03 HAPKIDO magazin
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MENTALES - DO
Timo Meusel
Qualitästsmanager
3. Dan Taekwondo / 6. Kup Hapkido
Baumberger Taekwondofreunde e.V. Coesfeld/ Nottuln
tm@hapkido-magazin.de
diesen durch geeignete Techniken migen Bewegungen, um Energien In einer Kampfsituation kann das
zu fixieren. Hebeltechniken zwin- zu unserem Zwecke umzuleiten so aussehen: Der Angriff ist ein
gen den Gegner in eine für ihn und dann zu erhöhen. So blocken wilder Schlägerangriff. Wir ver-
unangenehme Position, so daß er wir Angriffe nicht, wir bewegen kürzen unsererseits die Distanz,
keine Gefahr mehr darstellt. Bei uns aus der Angriffsbahn und nehmen die Angriffsenergie mit
einer erfolgreichen Würgetechnik leiten den Angriff mit einer kreis- dem Arm auf, indem wir ihn zum
(choke) verliert der Gegner gar förmigen Bewegung weiter. Wir Schutz anheben, um Kontakt zum
das Bewusstsein. Wichtig ist die nutzen also nicht unnötig unsere Angriffsarm aufzunehmen. Fast
technisch gute Ausführung, damit Muskelkraft und verbrauchen gleichzeitig drehen wir unseren
der Angreifer wirklich fixiert ist. Energie, bleiben natürlich und Körper ein, leiten den Angriffsarm
Ist dieser besonders stark oder ag- entspannt und nuten die Energie durch Zug weiter um uns herum,
gressiv, kann das eine schwierige des Gegners. und nutzen die wuchtige Energie
Aufgabe werden. des Angriffs letztlich zu einem
Prinzip des Flusses (Won) Wurf über die eigene Hüfte. Der
Wurftechniken Gegner fliegt hart auf den Boden
Wir nutzen Energie. Die Kraft und ist perplex und desorientiert.
Wir bewegen uns unter den des Angreifers wird gegen ihn Wir können aus der Situation flie-
Schwerpunkt des Gegners oder gewandt. Sie wird nicht gestoppt, hen. Hier finden sich alle Prinzi-
stellen uns so, daß wir das Gleich- sie wird weitergeleitet und mit pien in einer Verteidigung. Diese
gewicht brechen können, und den unserer Energie potenziert und ge- Prinzipien zu nutzen heißt, nicht
Gegner zu Boden bringen. Dies gen ihn gewandt. Unsere Energie die eigene Energie verbrauchen,
allein kann für einen ungeübten kommt von innen, sie ist das „Ki“. sich nicht auf ein Kräftemessen
Angreifer schwere Verletzungen Als Hapkidoin lernen wir, unsere einlassen, denn das kann in einer
durch den Sturz bedeuten. Des Energie durch Atemübungen frei- Selbstverteidigungssituation be-
Weiteren haben wir die Möglich- setzen zu können. deuten, doch zu unterliegen, weil
keit zu fliehen oder am Boden den der Angreifer eventuell stärker ist.
Gegner zu fixieren. Prinzip der Einwirkung Wenn wir die Distanz zum Gegner
Es gibt also bei der „Distanzver- (Hwa) schließen, um ihn zu kontrollie-
kürzung“ viele Möglichkeiten mit ren und die Konfliktsituation zu
dem Gegner zu arbeiten. Entschei- Wir wirken auf den Gegner ein, beenden müssen wir unbedingt
dend ist, daß wir schon vorher physisch wie psychisch. Wir die Prinzipien des Hapkido verin-
wissen, wie das denn aussehen lenken die Energie seines Angrif- nerlicht haben und die Techniken
soll. Es ist gut, sich da nochmal fes gegen ihn selbst, zwingen ihn entsprechend richtig anwenden.
auf die Prinzipien des Hapkido zu in eines Position und Situation,
konzentrieren: die er nicht möchte und vielleicht Diese „Flucht nach vorne“ ist also
nicht ahnen konnte. Wir bewegen eine äußerst vielversprechende
• Prinzip des Kreises uns auf ihn zu, nehmen Verbin- Möglichkeit, sich auch als au-
• Prinzip des Flusses dung mit ihm auf und bleiben genscheinlich körperlich Unter-
• Prinzip der Einwirkung dabei selbst entspannt. Dies hat legender effektiv zu verteidigen,
eine nicht zu unterschätzende wenn sie konsequent durchgeführt
Prinzip des Kreises (Yu) psychologische Wirkung. Letzt- wird (Kontrolle des Gegners) und
lich wirken wir so auf ihn ein, daß dabei auch die Hapkido Prinzipien
Hapkido beruht auf natürlichen er seinen Angriff nicht erfolgreich Anwendung finden.
und harmonischen Bewegungen. durchführen kann und können
Wir nutzen die Kraft von kreisför- wird. Timo Meusel
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