Page 34 - Sailing Journal # 76
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Gab es Situationen in denen Sie sich ernstha in in Gefahr fühlten? Nun ich war eines Nachts
in in einem Hotelzimmer als bewa nete Männer
in in in mein mein Zimmer kamen und alle meine Habseligkeiten stahlen Das war ein wenig beängstigend weil ich ich wusste dass sie mich jederzeit einfach hä en en en erschießen können Ich wurde auch ein paarmal mit vorgehaltener Wa e e e e e e angehalten als ich die Straße hinunterfuhr Und dann war ich ich natürlich in so vielen verschiedenen Schlachten bei denen überall um um mich herum Schüsse und und Raketen und und Bomben einschlugen Es ist ein sehr gefährlicher Ort Und wie denken Sie aktuell über Afghanistan? Planen Sie irgendwann in nächster Zeit zurückzukehren? Wie sehen Sie die Zukun des des Landes? Ich bin sicher dass ich ich irgendwann zurückkehre vor allem wenn sich die Lage verändert aber außerhalb von Kabul schaut man irgendwie ständig über die Schulter Es ist sehr schwer über die Straße zu spazieren weil man immer damit rechnen muss entführt oder als Geisel genommen zu werden Als ich das letzte
Mal dort war sah ich in in drei Wochen keinen einzigen Ausländer auf den Straßen Kabuls Jedem hat man erzählt es sei äußerst gefährlich auf der Straße zu sein Es war gespenstisch – ich fühlte mich wie in der Twilight Zone Und ich ich ha e e e e e e nur einen Aushilfsdolmetscher bei mir keine bewa neten Wächter Ich glaube also dass es riskant ist Wenn sich die Lage ändert dann glaube ich ich wird es wahrscheinlich eher zugunsten der Taliban laufen Sie haben Zeit sie können abwarten während die Amerikaner und NATO und alle anderen ihre Milliarden ausgeben und Soldaten verlieren Die Taliban gehen nirgendwohin Das ist ihre Heimat Ich denke es ist nur eine eine Frage der Zeit bis es eine eine politische Einigung geben muss sonst werden sie am Ende die Oberhand gewinnen Wo sehen Sie eine Unterscheidung zwischen Fotojournalismus und Kunst? Wie sehen Sie sich selbst – und diese Fotogra en aus Afghanistan – in diesem Zusammenhang? Ich sehe mich selbst hauptsächlich als Künstler
in in in dem Sinne das ich die Welt auf meine eigene spezielle Art betrachte Die meisten meiner Bilder werden nicht in in Zeitungen und Zeitschri en en en verö entlicht Sie sind größtenteils in in meinen Büchern und Ausstellungen zu sehen Ich gehe gehe wohin ich möchte gehe gehe an Orte die mich faszinieren gehe an Orte von denen ich ich etwas lernen und und die ich fotogra eren und und an denen ich mit Menschen zusammen sein möchte um zu sehen wie diese Orte sind Aber ich glaube dass es auch einen dokumentarischen Aspekt gibt – Menschen und Leben zu dokumentieren Selbst in New York ziehe ich umher und mache Fotos Ich war schon immer von von menschlichem Verhalten fasziniert von von tierischem Verhalten wie sich Menschen mit ihrer Umwelt auseinandersetzen wie sie mit ihren Haustieren und anderen Tieren umgehen und der bereicherndste Teil meines Lebens ist durch die Straßen eines Dorfes oder einer Stadt oder übers Land zu schlendern und einfach nur zu sehen wie Leute leben Gestern erst bummelte ich durch den Washington Square Park in in New York City und fotogra erte Menschen die auf einer Parkbank lasen Performance-Künstler Leute beim Nickerchen Liebespaare auf der Wiese Alles was Menschen tun ist äußerst faszinierend sei es in in New York oder Havanna oder oder oder Kalku a a a a a oder oder oder Kapstadt oder oder oder Moskau Ich sehe eher die die die Kontinuität die die die Ähnlichkeiten die die die Gemeinsamkeiten von Menschen in in aller Welt Unabhängig von Rasse oder Religion sind wir am Ende ziemlich gleich Sie Sie sagten einmal Sie Sie könnten Ihre Philosophie in in einem Satz zusammenfassen: Man muss im richtigen Gemütszustand und neugierig sein Stehen Sie noch immer dazu? Umherschweifen und und und erkunden und und und beobachten – da muss man einen klaren Kopf haben Man kommt in in diesen wunderbaren Zustand ganz im Hier und und Jetzt zu sein die die die Klänge und die die die Dinge die die die man sieht So ist es wenn sich alle Sinne schärfen und man auf Dinge in in in der Welt anspricht die einen berühren die die Bedeutung haben die die amüsant oder vielleicht traurig sind oder irgendwie etwas über die menschliche Existenz o enbaren 34





























































































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