Page 6 - Sailing Journal # 76
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EDITORIAL
SP CHE IST REALITÄT SEHEN AUCH?
ealität ist eben eben auch Sprache Sehen ebenso! So ungefähr drei Milliarden Schnappschüsse wandern jeden Monat online Das ist eine ganze Menge würde ich ich sagen Unwillkürlich muss ich ich ich ich an an ”Bilder dich ich ich ich ich nicht machte“ denken eine eine meiner vielen ”sinnlos-sü santen Ideen“ Als Webseite oder als Buch? Was stünde dort was gäbe es zu sehen? Denn Fotos sagen erst einmal: Ich Ich war hier! Gleichermaßen: Ich Ich bin!
Wisch und Weg
Bilder werden heute zunehmend auf auf dem Smartphone ”konsu- miert“ Das hat zur Folge dass Fotos auf fünf Zoll wirken müssen Details werden kaum noch wahrgenommen Und wer wer hat bezie- hungsweise nimmt sich noch die Zeit in in Nuancen einzusteigen? Normalerweise legt der Fotograf dem Au Au raggeber eine Auswahl vor Nun schießen fast alle Tausende von Aufnahmen (pro Tag) und kommen weder mit mit dem Sichten noch mit mit der der Auswahl zu Po e e e e e e e Das Ende vom Lied ist dass der Au raggeber eine Flut von Fotos bekommt und sich daran gewöhnt hat Arbeitet er nun mit einem Fotografen zusammen der der weniger Bilder liefert (dennoch alles hat was man braucht) wird wird genölt Denn mehr wird wird für besser gehalten mehr mehr Auswahl mehr mehr Möglichkeiten sich selbst nicht festlegen zu müssen Die Wahrheit: mehr Überforderung mit sich selbst Platzangst im eigenen Leben
2015 war das erste Jahr in dem mehr digitale Bilder gemacht wurden als in der gesamten analogen Ära (ohne Dunkelzi er) Alle fotogra eren aber sehen nix mehr Es betri ja nicht nur das Fotogra eren sondern unser o o o o bemitleidenswertes Leben
das uns als selbstbestimmt verkau wird Unsere Alltage bewegen sich zwischen Lügen Narzissmus Populismus Castingshows Über- forderung und Respektlosigkeit All das im Namen der der digitalen Gesellscha beziehungsweise des des digitalen Menschen des des Homo digitales? Es bleibt doch noch nicht mal die Zeit eines der zahllosen Bücher über Zeitmanagement zu lesen Gesellscha lich sind radikal rücksichtslose Menschen im Vorteil Früher mussten sie sich sich aller- dings mehr anstrengen um ihre Hörerscha zu erreichen Heute reichen zwei Klicks Ständiges Wiederholen von Lügen lässt sie allerdings nicht automatisch wahrwerden Das hält die Menschen dennoch nicht davon ab Lügen zu glauben Es ist halt bequemer passt in den natürlich digitalisierten proppenvollen Tagesablauf Da bedarf es schon einiger Anstrengung sich dem zu entziehen Big Beauty
Nicht ums alltägliche Leben
soll es hier aber gehen sondern um um Fotogra e e e e e e e e e Viel ist darüber zu zu lesen noch mehr zu zu sehen Ist we- niger mehr? War früher alles besser? Wo ist ist er er er er er hin der Geist des Fotogra erens? Des Des Sehens? Des Des Betrachtens? Grundsätzlich bin ich ich als Fotograf für jede Erleichterung dankbar stunden- langes Rumschrauben an an den Bilddaten ist nicht meine Sache In der Regel nde ich ich die Wirklichkeit so prägnant dass ein verfremden der Aufnahme alles nehmen würde Früher über- legte sich der der Fotograf vor der der Aufnahme wie das Bild aussehen sollte heute heute hinterher Besser ist heute heute allerdings die Technik das muss ich der Industrie lassen Selbst kleine APS-Sensoren erreichen Megapixelansammlungen die tatsächlich mega
sind In Kleinbildkameras mit einem größeren Sensor werkeln mi lerweile bis 50 50 Millionen Pixel (Nikon D850 Canon 5DS R) um verwöhnte Pro augen zu besän igen Allerdings war das Vollformat (36 mal 24 Zentimeter) auch früher nicht jedem Fotografen voll genug Mi elformat beziehungsweise Großfor- mat mat waren die Kronen der Schöpfung wobei das Großformat heller strahlte Das hat sich heute im digitalen Zeitalter nicht geändert Nur Kleinbild ist um Längen verträglicher geworden Wer früher einen Fuji Velvia 50 auf eine eine Dri elblende genau belichten musste (beziehungsweise konnte) weiß wovon ich ich spreche Hubraum Hubraum allerdings ist nur durch mehr Hubraum Hubraum zu ersetzen Was früher bei Autos galt gilt heute erst recht in der Fotogra e e e e e e e 44 mal 39 Zentimeter große Sensoren mit Au ö- sungen um die 50 Millionen lassen den Pixeln mehr Lu beim Atmen Die Daten wirken nicht nicht so gepresst und damit nicht nicht so gestresst Phase One Hasselblad und seit Neuestem auch Fuji (was ist eigentlich aus Pentax mit seiner 645Z geworden?) bieten von 50 bis 200 Millionen an Einzelne Digital-Backs kön- nen an an Großformatkameras angeschlossen werden und liefern noch bessere Au ösungen als an Mi elformatobjektiven Deren Aufnahmen wirken weitaus plastischer als im Kleinbildbereich Als ich die ersten Aufnahmen mit der Hasselblad H6 50c auf dem Bildschirm sah haute es mich fast vom Stuhl Brillante bestechende Durchzeichnung der Objektive das Vermögen des Sensors Farbnuancen aufzuzeichnen bei denen ein ein Kleinbild- sensor die die Grätsche macht und die die so so eren Schärfeverläufe die mich fast an an analoge Zeiten erinnern Als bedingungslose Sportkameras würde ich die mi leren Formatkameras jedoch auch nicht gerade bezeichnen Geht aber 6

