Page 22 - ASSET MANAGER 6
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STEFAN WALDHAUSER
Unternehmer
Investor & Asset Manager
Telefon: +49 176 1173 6260 E-Mail: stw@stw-boerse.de www.high-tech-investing.de
22 • INTERVIEW ASSET MANAGER • NR. 6/2017
AKTIV ODER PASSIV?
KANN SICH STOCK-PICKING LOHNEN?
Passive Indexfonds und ETFs schwimmen seit Jahren auf einer weltweiten Erfolgswelle. Immer mehr Investoren glauben offenbar, dass man als Anleger gar nicht erst den Anspruch haben sollte, besser abzuschneiden als der Gesamtmarkt.
Interview: Stefan Waldhauser, Finanzexperte im Gespräch mit INVESTORY.
Wie beurteilen Sie den Trend zu passiven Anlagestra- tegien in ETFs?
Ich habe vor kurzem erst die Ergebnisse eines seit 15 Jahren laufenden Langzeitexperimentes vorgestellt (siehe http://bit.ly/2wJRcWt). Eine Gruppe von erfahrenen Priva- tanlegern hat dabei mit ganz unterschiedlichen Strategien zur Aktienanlage deutlich überdurchschnittliche Renditen erwirtschaften können.
Für mich ist damit bewiesen, dass gerade Privatanleger den Gesamtmarkt mit einer geeigneten Anlagestrate- gie sehr wohl nachhaltig schlagen können. Die Anhänger des passiven Investierens liegen also falsch mit der Be- hauptung, dass es generell unmöglich sei, erfolgreiches Stock-Picking zu betreiben.
Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben aber er- geben, dass aktiv gemanagte Fonds in den allermeis- ten Fällen ihren Benchmark nicht dauerhaft schlagen können. Zweifeln Sie diese Studien an?
Nein keineswegs, im Gegenteil: auch ich bin davon über- zeugt, dass der allergrösste Teil der Fondsmanager – insbe- sondere diejenigen aus den grossen Häusern der etablierten Finanzindustrie – den Index nicht outperformen. Insofern rate ich von der Geldanlage in aktiv gemanagte Fonds in den allermeisten Fällen ab.
Worin liegt das Versagen der aktiven Fondsmanager begründet?
Ich denke nicht, dass die Fondsmanager grundsätzlich un- fähig sind. Im Endeffekt sind es die Rahmenbedingungen der traditionellen Finanzwirtschaft, die es den Fondsmana- gern fast unmöglich machen, den Gesamtmarkt dauerhaft und nachhaltig zu übertreffen.
Ich sehe da mindestens 3 Hauptgründe: neben den ho- hen Gesamtkosten dieser Fonds ist das die mangelnde Unabhängigkeit der Fondsmanager und damit zusam- menhängend der kurzfristige Erfolgsdruck, welcher lang- fristiges und antizyklisches Denken und Handeln unmög- lich macht.
Gibt es einen Ausweg aus diesem Dilemma?
Es gibt in der FinTech-Szene sehr wohl neue Angebote zum Asset-Management, welche für Vermögensverwalter und deren Kunden wesentlich verbesserte Rahmenbedin- gungen schaffen.
INVESTORY zum Beispiel kombiniert mit dem innovativen Ansatz der Depotspiegelung alle Vorteile, die unabhängige Privatinvestoren gegenüber Fondsmanager haben, mit den klassischen Leistungen einer regulierten Vermögensver- waltung.

