Page 124 - Gottesliebe
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Gottesliebe
Menschen, die die quranische Moral nicht leben, werden sogar ihren
nächsten Freunden keinerlei Arbeiten anbieten, die Opferbereitschaft ver-
langen. Jemand, dessen Kind erkrankt ist, kann von seinem Arbeitskollegen
nicht Hilfe verlangen, seine Arbeiten zu übernehmen. Manchmal kann es
unter Kindern sogar ein Problem sein, ihren Mutter und Vater zu helfen.
Wenn aber gefragt wird, antwortet jeder, daß sie ihren Mutter und Vater
sehr lieben. Wenn jedoch Opferbereitschaft erforderlich ist, dann meiden
die Menschen diese, solange sie keinen Vorteil davon haben. Ein Mensch
jedoch, der wirklich liebt, ist jederzeit bereit, ein Opfer zu bringen, beklagt
sich nicht und empfindet keinen Überdruß.
Die deutlichste Eigenschaft von Liebe und Verbundenheit zwischen
den Gläubigen ist die gerne übernommene Opferbereitschaft und die
Tatsache, daß sie die Bedürfnisse füreinander über ihre eigenen Interessen
stellen. Eines der Beispiele, die Gott im Quran angeführt hat, sind die
Gläubigen aus Medina, die von Mekka nach Medina ausgewandert sind.
Gott beschrieb im Quran die gute Moral der Gläubigen folgenderma-
ßen:
Diejenigen, die vor ihnen hier (in Medina) im Glauben zu Hause
waren, lieben die, welche zu ihnen auswanderten, und fühlen in
sich kein Verlangen nach dem, was ihnen gegeben wurde. Sie zie-
hen (die Flüchtlinge) sich selber vor, auch wenn sie selber bedürf-
tig sind. Wer so vor seiner eigenen Habsucht bewahrt ist - denen
ergeht es wohl. (Sure 59:9 – al-Haschr)
In dem Vers ist sowohl von der guten Moral der Gläubigen Mekkas als
auch Medinas die Rede. Die Gläubigen aus Mekka ließen Hab und Gut,
Verwandtschaft, Häuser, Gärten und Arbeit zurück und verließen ihre
Heimat um die Religion Gottes zu leben und wanderten nach Medina aus.
Um Gottes Zufriedenheit zu gewinnen, liessen sie alles zurück. Dies ist ein
Zeichen überlegener Moral und zeigt, daß sie vertrauenswürdige
Menschen waren. Diese gute Moral ist der Grund für die tiefe Liebe,
Achtung und Barmherzigkeit, die andere Gläubige ihnen entgegenbringen.
Schließlich empfingen und bewirteten die Gläubigen aus Medina die
vertrauenswürdigen und treuen Gläubigen in der schönsten Weise. Ohne
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