Page 20 - Das Globale Freimaurertum
P. 20

Das globale
                                          fre›maurertum

                                        sie sich während der Prozesse bekannt ha-
                                        ben. Erstens, weil die meisten von ihnen, ent-
                                        gegen den Behauptungen, während der
                                        Verhöre nicht gefoltert wurden.
                                        Und außerdem: Klingen die Geständnisse  der
                                        Templer etwa wie eine Ausgeburt der Phantasie,
                                        wie man sie kennt bei Menschen, die gefoltert
                                        wurden? Es fällt schwer zu glauben, dass all die
                                        detaillierten und weitgehend übereinstimmenden
                                        Geständnisse von Initiationsriten in verschiede-
                                        nen Ländern nur unter Folterungen abgerungene
                                        Geständnisse gewesen sein sollen. Wenn dem so
                 Krieger und Bankiers: Ein
                 Buch über die Templer  gewesen sein sollte, dann hätte es Widersprüche
                                        zwischen den einzelnen Geständnissen geben
                   müssen, dann wären all jene Berichte über ausschweifende Rituale  nur im
                   Todesschmerz abgerungene Scheingeständnisse gewesen. Aber in allen
                   Geständnissen wird unabhängig von der Person mehr oder weniger das
                   Gleiche erzählt.  6
                   Wie auch immer: Die Prozesse gegen die Templer endeten mit der
              Auflösung des Ordens. Aber er hörte nur “offiziell” auf, zu existieren. In

              Wirklichkeit gab es ihn auch weiterhin. Während der Verhaftungswelle
              im Jahr 1307 konnte nämlich ein Teil der Templer entkommen und seine
              Spuren verwischen. Einer auf ernstzunehmenden historischen
              Dokumenten basierenden These zufolge flüchteten die meisten der ver-
              bliebenen Templer nämlich in das einzige europäische Land, das im 14.
              Jahrhundert die kirchliche  Autorität nicht anerkannte, nämlich
              Schottland. Dort reorganisierten sich die Templer unter dem Schutz des
              schottischen Königs Robert the Bruce. Und so wurde es ihnen schon bald
              möglich, ihre okkulten Praktiken fortzusetzen, indem sie die damals

              wichtigste Gilde auf den britischen Inseln unterwanderten und schließ-
              lich völlig kontrollierten: die Gilde der Steinmetze und Baumeister. 7
                   Zu Beginn der Neuzeit schließlich änderte die Gilde ihren Namen ab




                                              DK
   15   16   17   18   19   20   21   22   23   24   25