Page 29 - Leseprobe "Niemals ohne Lippenstift"
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„IE“ ist ein Fall für „Ü“ und „IA“:
Spiel Spü lieber liaba viel vü Spiegel Spiagl Ziel Zü wie wia Knie Knia
„Ö“ wird regelmäßig durch „E“ ersetzt:
könnte kennt‘ schön sche‘ möchte mecht(at)
Sie haben es richtig erkannt: Oft steht die Änderung der Vokale mit dem „L“ in Zusammenhang.
Dass es im Wienerischen jede Menge Verkürzungen gibt, haben Sie sicher auch schon bemerkt. Wichtig ist die Silbe „ge“, die meist nur mit g‘ gesprochen wird und aus dem „Gespritzten“, also Weißwein mit Soda- oder Mineralwasser – auch als „Schorle“ bekannt – wird der im Buch so oft genannte „G’spritzte“.
Die Vorsilbe „ver“ wird oft durch „va“ ersetzt, wie zum Beispiel: verrückt wird zu varruckt, oder vergangen zu „vagaungan“. Gerne wird auch am Ende des Wortes ein Teil „verschluckt“. Aus dem Spiegel wird der „Spiagl“, aus schön wird „sche“, aus viel wird „vü“.
Sicherheitshalber bekommen Sie von mir noch eine Auflistung im Buch verwendeter, typisch Wienerischer Ausdrücke und Idiome.
a
Achterl amoi augriard sei
ein
ein achtel Liter, hier: Weißwein einmal
angerührt sein, im Sinn von leicht beleidigt/empfindlich sein
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