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Deutscher Marinebund
Am Zelt gab es Gelegenheit zum Austausch und zu Dialogen
sehen war, gab es zum Geburtstag für das Boot auch einen 3D-gedruckten Nach- bau einer Enigma, der nun dauerhaft als Exponat im Funkraum ausgestellt wird. Eine erwähnenswerte Aktion in diesem Zusammenhang: Die Walzen standen beim Öffnen des Paketes in der Einstel- lung 16-9-23. Zu den anderen „Geburts- tagsgeschenken“ gehörten unter ande- rem auch hochwertig reproduzierte See- karten der Kriegsmarine für das Leben- dige Museum sowie Geldspenden für die Instandsetzungen und den Erhalt des Bootes. Besonders bewegt hat den Freundeskreis jedoch die spontane Schenkung eines handgefertigten Reliefs eines Besatzungsmitgliedes von U 1010. Nach Besuch von Boot und Ausstellung, überreichte eine Besucherin dem Freun- deskreis das individuelle Werkstück, wel- ches ihr Vater, der Funker war, in seiner Freizeit im Jahr 1944 selbst hergestellt hatte. Übergeben wurden auch Bilder des Vaters und Kontaktdaten wurden ebenso ausgetauscht. Das Relief wird fortan bei Veranstaltungen des Freundeskreises zu sehen sein.
Das Engagement der MK-Mitglieder und aller Unterstützenden hat sich in jegli- cher Hinsicht gelohnt, die zufriedenen Gäste und das positive Feedback zu den Feierlichkeiten sind Motivation genug, auch in Zukunft Veranstaltungen die- ser Art anzubieten und durchzuführen. Auch neue Mitglieder konnten an die- sem Wochenende gewonnen werden, die aktiv zum Erhalt von U 995 beitragen möchten, damit der Freundeskreis wei- terhin auf die Frage „Same procedure as last year, MK Freundeskreis U 995?“ ant- worten kann: „Same procedure as every year, folks!“ 7
eines Goldschatzes an Bord gehobene, seitdem letzte existierende Typ IX-Boot auf europäischem Boden) kümmern. Die extra für die Veranstaltung aus Großbri- tannien angereisten Gäste hatten diverse Wrackfundstücke aus dem Boot im Gepäck, die sie an einem eigenen Stand ausstellten. U 534 ist eine Zeitkapsel, in welcher das Jahr 1945 stehengeblieben ist und aus der viele Artefakte in erstaunlich gutem Zustand geborgen werden konn- ten. Dadurch wird es für Forschende mög- lich, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie sich das Leben und Arbeiten an Bord einst tatsächlich gestaltet hat. Zudem ist es methodisch möglich, Theorien, Vermu- tungen und Mythen zu bestätigen oder zu entkräften. Ein Goldschatz wurde zwar nie gefunden, dafür aber ein wertvolles Archiv konserviert.
Ein besonderes Highlight in diesem Zusammenhang waren die „Ship- wreckords“: Aus dem Wrack geborgene Schellackschallplatten, auf denen teil- weise noch die Etiketten lesbar sind, die erstmalig seit 1945 nach fast 50 Jahren auf dem Meeresboden an diesem Wochen- ende wieder gespielt wurden. Nicht nur der Freundeskreis war von den Klängen J.S. Bachs oder Zarah Leanders überaus begeistert, auch die Gäste waren merk- lich angetan!
Als besondere Programmpunkte gab es neben den regelmäßigen „Konzerten“ unter dem Titel „Klänge aus der Tiefe“ noch Kurzvorträge zu verschiedenen The-
men, wie Uniformen und Kleidung einer U-Bootbesatzung oder eine Präsenta- tion von verschiedenen Rettungsmitteln. Hohes Interesse generierte der Vortrag zur Enigma und ihrer Funktionsweise. Das Präsentations- und Vortragsformat „Live-Vorführung“ kam bei den Gästen an, daher wird es wohl keine einmalige Sache bleiben und demnächst öfter ein- gesetzt werden.
Kein Geburtstag ohne Geschenke! Natür- lich gab es auch die ein oder andere Auf- merksamkeit für U 995. Nach 51 blanken Jahren ist es nun endlich soweit: Neben dem von Herrn Professor Dr. Simon Wiest und seinem Team der Hochschule der Medien in Stuttgart konstruierten Leih- modell, welches in der Ausstellung zu
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Spannende Kurzvorträge zu verschiedenen Themen


































































































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