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Der Ausbau des Kanals schreitet zügig voran
Die Vertiefung ermöglicht dann Schif- fen mit einem Tiefgang von 10,5 m den Kanal zu passieren. Das gilt besonders für die neuen Feeder-Schiffsklassen, die
meist um die 10 m Tiefgang haben. Bis- lang müssen diese Schiffe via Skagen aus der Ostsee nach Hamburg oder Bremer- haven fahren.
Die Vertiefung soll im Anschluss an den Ausbau der Oststrecke beginnen. Aktu- ell ist das zum Ende des Jahrzehnts der Fall. Mit Blick auf die Kostenexplosionen beim Bau der fünften Schleusenkam- mer in Brunsbüttel redete der Verkehrs- minister Klartext. „Wir werden bei den anstehenden Haushaltsberatungen über Mehrkosten reden müssen. Es ist aber eine Investition in die Zukunft“, unter- strich der CSU-Politiker. Zustimmung sig- nalisierten die Bundestagsabgeordne- ten Johann Wadephul (CDU) und Mathias Stein (SPD).
Darüber hinaus hatte Scheuer am 12. Oktober noch eine Botschaft zu ver- künden: Es soll schneller gehen. „Ich habe in meiner Amtszeit vier Anpassun- gen des Planungsrechts auf den Weg gebracht, damit Bauprojekte schneller umgesetzt werden“, so Scheuer. Mit Blick auf den Neubau der kleinen Schleusen in Kiel sagte der Minister: „Ich erwarte hier Ende 2020 den Planfeststellungs- beschluss.“
Ausdrücklich lobte Scheuer die Akzep- tanz des Kanals in der Bevölkerung. „Die Begeisterung, die dieses Bauwerk in der
Öffentlichkeit auslöst, wünsche ich mir auch für andere aktuelle Großprojekte. Diesen Spirit könnten wir auch für den Fehmarnbelttunnel gebrauchen.“ Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) dankte der Bundesregierung für das klare Bekenntnis zum Kanal. „Vieles ist im Moment noch im Bau, manches noch in Planung“, sagte er. Der Ausbau die- ser „Lebensader“ sei sehr wichtig für die Wirtschaft im Norden. Für die Schifffahrt und die maritime Wirtschaft dankten der Ältermann der Lotsenbrüderschaft NOK II, Martin Finnberg, und der Vorsit- zende der Initiative Kiel Canal, Jens Bro- der Knudsen, dem Minister für das klare Bekenntnis zum NOK. „Der Kanal hat durch die Aussetzung der Befahrungs- abgabe seit Juli wieder steigende Ver- kehrszahlen. Es ist wieder attraktiv, durch den Kanal zu fahren“, erklärte Knudsen. Gleichzeitig wünschten sich Lotsen und Initiative eine Verlängerung der Ausset- zung der Befahrungsabgabe. „Da wir nicht davon ausgehen, dass die Bunker- preise für die Schifffahrt zum Jahresende wieder stark anziehen, wäre es für alle am Kanal eine große Hilfe, wenn diese Abgabe auch 2021 ausgesetzt würde“, so Knudsen. Der Minister reagierte mit einem Kopfnicken und nahm den Vor- schlag mit nach Berlin. 7
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Leinen los! 12/2020 21

