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Kritik am seute Deern-Nachbau
In Bremen meldet sich Kritik an dem
geplanten Nachbau des gesunkenen, zum Deutschen Schifffahrtsmuseum (DSM) in Bremerhaven gehörenden Seglers seute deeRn. Der Bund der Steuerzahler in der Hansestadt moniert, dass die Bewilligung von Steuermillionen für das Projekt eines Nachbaus des als Totalschaden eingestuf- ten Museumsschiffes schon vor der Corona- Krise als fragwürdig angesehen worden sei. Heute (Oktober 2020) sei dies angesichts explodierender Staatsverschuldung aber der Gipfel der „haushaltspolitischen Unver- antwortlichkeit“. Hintergrund ist, dass der Bund 46 Mio. Euro für einen Nachbau des Seglers und für Sanierungsarbeiten an anderen Museumsschiffen zur Verfügung stellen will. Laut einer Beschlussvorlage für die Bremische Bürgerschaft zum Projekt
Wieder ein Neubau bei Lindenau
Auf der zur German Naval Yards Gruppe (GNY/Privinvest) gehörenden traditi- onsreichen Kieler Lindenau Werft soll es wieder einen Neubau geben. Genauer gesagt, auf der Werft soll eine 70 m lange
Die havarierte seute Deern hat ihren Abbruchplatz erreicht
Der Yachtkasko wird von der Nobiskrug Werft zur Lindenau Werft überführt
Neuer Containerrekord
Die französische Reederei CMA CGM, die Nummer vier unter den größten Contai- ner-Carriern in der Welt, reklamiert für sich einen neuen Rekord: Ihr erst kürz- lich in Dienst gestellter 23.112-TEU-Neu- bau CMA CGM jacques saade hat auf sei- ner Jungfernreise von Asien nach Europa beim Verlassen von Singapur 20.723 TEU an Bord gehabt, so viele wie kein ande- res Schiff zuvor. Bei diesen neuerlichen Rekordmeldungen geht es eigentlich stets zahlenmäßig nur um relativ geringe TEU-Fortschritte bzw. Überbietungen, wobei es keine Rolle spielt, ob bela- dene oder leere 20- oder 40-Fuß-Boxen gezählt werden. Rekordhalter vor dem
CMA CGM-Schiff war die HMM aLgeciRas (23.964 TEU) der koreanischen Reederei HMM, die in Korea und China 19.621 TEU
seute deeRn ist „die einzige in Frage kom- menden Variante“ für einen Nachfolgebau ein „festliegendes, nicht segelbares Muse- umsschiff mit Schwimmfähigkeitszeugnis in Stahlbauweise“. Die geschätzten Kosten lie- gen derzeit bei 34,3 Mio. Euro. Der Steuer-
Luxusyacht (1.864 GT) zu Ende gebaut werden. Es wird das erste Schiff sein, das nach der Übernahme der Werft 2013 durch die Privinvest-Gruppe entsteht. Den Rumpf liefert die ebenfalls zur GNY-
zahlerbund in Bremen spricht sich nicht nur wegen der Kosten deutlich gegen das Pro- jekt aus, sondern bemängelt zudem, dass die Politik offensichtlich erwäge, lediglich einen „schlechten Abklatsch der seute deeRn zu bauen“. hjw
Gruppe gehörende Nobiskrug Werft in Rendsburg, die sich auf den Bau von Luxusyachten spezialisiert hat. Dort ist allerdings 120 Mitarbeitern betriebsbe- dingt gekündigt werden. Dessen unge- achtet war aber schon vorher für die Linde- nau Werft ein Investitionspaket zur Moder- nisierung genehmigt und bereits seit März umgesetzt worden. Als Teil dieser Maß- nahmen ist nun der große Yachtrumpf zum Fertigbau in das modernisierte 165 m lange und 26 m breite Schwimmdock (ehe- mals Flender) bei Lindenau verlegt wor- den. Im Auftragsbuch von Nobiskrug ste- hen derzeit noch drei Yachten, die 2021/22 abgeliefert werden sollen. Wie es heißt, sei die Bestellung eines weiteren Neubaus zu erwarten. hjw
geladen hatte, was wiederum knapp die 19.574-TEU-Bestmarke der MSC güLsün übertraf. hjw
Der neue Rekordhalter, die CMA CGM jacques saaDe
Leinen los! 12/2020 23
Foto: CMA CGM
Foto: DSM
Foto: Nobiskrug


































































































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