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Navy News
dete u.a. in den Aufbau des gemeinsa- men Marineverbandes Joint Swedish- Finnish Naval Task Group (JSFNTG), der bereits 2017 seine erste Einsatzfähigkeit erreicht hat und 2023 voll einsatzbereit sein soll. Schließlich ist Schweden Mit- glied der Nordic Defence Cooperation (NORDDEFCO) gemeinsam mit Däne- mark, Finnland, Island und Norwegen. Diese Kooperation hat zum Ziel, gemein- same Verteidigungsprojekte in den Be- reichen Beschaffung, Logistik und Aus- bildung/Übung zu koordinieren.
Küstenwache
Obgleich die schwedische Küstenwache offiziell nicht Teil der Marine ist – sie ist dem Justizministerium zugeordnet – ar- beitet sie eng mit den Streitkräften und insbesondere mit der Marine zusam- men. Die Küstenwache kontrolliert die ca. 1.500 km lange Küste Schwedens, die sich vom Bottnischen Meerbusen im Osten bis zum Skagerrak im Westen er- streckt. Zu ihren Aufgaben zählen: See- notrettung (Search and Rescue), Hilfe- leistung, Überwachung und Aufklärung, Kontrolle der Hoheitsgewässer, Fische-
Patrouillenboote runden den Fuhrpark der Küstenwache ab. Diese Patrouillen- boote sind unbewaffnet, ihre Besatzung ist aber mit Handwaffen, wie sie auch die schwedische Polizei besitzt, ausgerüstet. Schließlich verfügt die Küstenwache über 3 Flugzeuge vom Typ Dash 8 Q-300 zur Überwachung der schwedischen Küsten- gewässer. Die Flugzeuge sind Tag und Nacht im Einsatz.
Schwedens Marine beschafft zwei U-Boote vom Typ A 26
schwedische Flottenverband umfasste das größte Schiff der Schwedischen Ma- rine, den Flottenversorger carlskroNa (3.700 t), zwei Korvetten der visby-Klasse, zwei Minenjagdboote und ein Schnell- boot. Hintergrund der Zusammenar- beit bilden die Übereinkünfte der Baltic Commanders Conference, eine von der Deutschen Marine 2015 initiierte mariti- me Konferenz der Marinechefs aus Nor-
Die schwedische Tarnkappenkorvette visBy beim Großmanöver Northern Coasts 2014
rei- und Umweltschutz oder Katastro- phenhilfe. Die Küstenwache unterhält 26 Küstenstationen sowie einen Flugplatz (Skavsta Airport/Nyköping). Die Flotte umfasst über 100 Schiffe/Boote unter- schiedlicher Größe. Darunter befinden sich 25 größere Patrouillenschiffe mit An- lagen/Ausrüstung zur Beseitigung von Umweltschäden durch Öl oder Chemi- kalien sowie 12 spezielle Umweltschutz- Schiffe und 5 Luftkissenboote (Hover- craft) für Nordschweden, wo sie leicht über Eis, Land und Wasser operieren können. Ca. 66 unterschiedliche Binnen-
Deutsch-schwedische Marinekooperation
Die 2016 initiierte deutsch-schwedische Marinekooperation hat sich seitdem zü- gig entwickelt und konkrete Formen an- genommen. Bereits Ende 2017 hat ein schwedischer Flottenverband die Deut- sche Marine besucht, um zusammen mit der Einsatzflottille 1 in Kiel mariti- me Workshops durchzuführen, Ausbil- dungseinrichtungen der Deutschen Ma- rine kennenzulernen und gemeinsame Übungen in der Ostsee abzuhalten. Der
wegen, Dänemark, Schweden, Finnland, Estland, Litauen, Lettland, Polen und Deutschland, die u.a. Aktionen und Vor- haben zur maritimen Zusammenarbeit in der Ostsee beschließt. Das gilt insbe- sondere für die Schwedische Marine, die aufgrund gleicher sicherheitspolitischer Interessen im Ostseeraum den engen Schulterschluss zur Deutschen Marine sucht. Dabei geht es um die freie Nut- zung der Ostsee und die Sicherung der Seeverbindungswege.
Auch ist Schwedens Marine ein stän- diger Teilnehmer der jährlichen Groß-
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Foto: Michael Nitz, Naval Press Service
Foto: Saab