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Navy News
y Verhinderung und Eindämmung von Konflikten im Krieg,
y Schutz Schwedens gegen bewaffne- te Konflikte im Krieg,
y Verhinderung/Zurückweisung von Verletzungen des schwedischen Ter- ritoriums,
y Schutz von Schwedens Handlungsfrei- heit gegen politische und militärische Erpressungen,
y Erhöhung der Sicherheit durch Teil- nahme an Missionen in Schweden, im unmittelbaren und internationa- len Umfeld und
y Schutz der nationalen Souveränität/ Interessen in Gebieten außerhalb Schwedens.
Die relativ kleine Marine besitzt die Fä- higkeit zur dreidimensionalen Seekrieg- führung, nämlich zum Kampf auf dem Wasser, über dem Wasser und unter dem Wasser. Diese Fähigkeiten will die Marine nicht nur bewahren, sondern auch weiter- entwickeln. Die Personalstärke der Mari- ne beträgt derzeit 5.300 Personen (2.000 Offiziere, 1.500 Unteroffiziere, 300 zivile Kräfte und 1.500 Reservisten). Zum ak- tuellen Kern der Flotte gehören: 9 Kor- vetten, 4 U-Boote, 7 Minenabwehreinhei- ten, 7 Patrouillenboote, 12 amphibische Kampfboote, 3 Bojenboote und 4 Versor-
gungs- und U-Bootrettungsschiffe sowie bis zu 100 kleine Kampfboote. Seit 2016 wird die Flotte modernisiert und erneu- ert: Die 5 Korvetten der visby-Klasse und die 7 Patrouillenboote werden grund- instandgesetzt (mid-life upgrade) und mit U-Jagd-Systemen ausgerüstet; 2 U-Boote der GotlaNd-Klasse werden modernisiert und mit einem AIP (Air In- dependent Propulsion) versehen; auch die amphibischen Kampfboote werden modernisiert und weitere 18 Boote vom Typ CB 90 beschafft; ein neues Aufklä- rungs- bzw. SIGINT-Schiff ist geplant und zwei neue U-Boote vom Typ A 26 mit AIP- Antrieb sollen gebaut und ca. 2027 aus- geliefert werden.
Schweden trat 1994 dem Nato-Pro- gramm „Partnership for Peace“ (PfP) bei und wurde 1995 EU-Mitglied. Als EU-Mit- glied schloss sich Schweden der militäri- schen Zusammenarbeit der EU und der PESCO (Permanent Structured Coopera- tion), der permanenten EU-Zusammenar- beit in Verteidigungsfragen, an. Vor die- sem Hintergrund richtete sich die Schwe- dische Marine ab Mitte der 1990er-Jahre zunehmend zur Teilnahme an internati- onalen Missionen aus. So war die Mari- ne bereits Ende der 1990er-Jahre an den multinationalen Minenräumoperationen
in der südlichen Ostsee und vor den Bal- tischen Staaten und ab 1998 an der jährli- chen Minenräumübung Open Spirit be- teiligt. 2006 und 2007 integrierte sich die Marine mit Korvetten in die maritime Uni- fil-Mission im östlichen Mittelmeer. 2008 verlegten Kräfte des amphibischen Ba- taillons der Marine in den Tschad, um dort Ausbildungshilfe zu leisten. 2010 war die Schwedische Marine mit der Füh- rung der Mission Atalanta am Horn von Afrika beauftragt. Flaggschiff des An- ti-Piraterie-Verbandes war der Flotten- versorger HSwMS carlskroNa. Auch an der EUNAVFOR MED-Operation Sophia im Mittelmeer (2015 bis 2019) hatte sich Schweden mit Schiffen beteiligt.
2016 wurde Schweden ein enger Nato- Partner (noch nicht Nato-Mitglied) und unterzeichnete einen Vertrag, der Na- to-Operationen auf schwedischem Ter- ritorium erlaubt. Seitdem engagiert sich Schweden verstärkt in den regelmäßigen multinationalen maritimen Übungen und Manövern der Nato, wie beispielsweise Baltops, Dynamic Mongoose, Joint War- rior oder Trident Juncture, die innerhalb und außerhalb der Ostsee stattfinden. Schwedens Marine pflegt traditionell sehr enge Beziehungen mit der Finni- schen Marine. Die Zusammenarbeit mün-
40 Leinen los! 7-8/2020
Die schwedischen Minenjagdboote sParö (M 12) und skaFtö (M 13) im Marinestützpunkt Kiel in Vorbereitung auf NoCo 2017
Foto: Deutsche Marine


































































































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