Page 27 - Volksdorfer Zeitung
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ber öte die Königin der Nacht. Der Bariton Ortwin von Holst war außerdem Kantor am Ro- ckenhof, galt als ausgezeichne- ter Dirigent, Gesangssolist, Pi- anist und Organist. Das Jahr 1967 brachte auch für ihn eine Zäsur. Nach seinem Abschieds- konzert in der Marktkirche Pop- penbüttel im Rahmen der Als- terwanderwegkonzerte zog er sich mit Flügel und Cembalo ins Privatleben zurück, heirate- te seine Schülerin und ließ sich mit ihr im neuen Heim am Du- venstedter Naturschutzgebiet nieder. Hier wurden die Haus- konzerte fortgesetzt.
Ein kleines Rückzugs- Domizil am Lago Maggiore Außer dem Haus inmitten der Natur, in äußerster Stille, gab es ein kleines Domizil am
Lago Maggiore, eine Terrassen- wohnung, in die sich das Paar mehrmals im Jahr zurückzog. Auch hier feierten beide ihre Arbeit. Er hatte Partituren im Gepäck, sie Wettbewerbsplä- ne. Er studierte musikalische Werke, viel Bach, Lieder von Hugo Wolf, Schubert und Schu- mann, den Brahms‘ schen Lie- derzyklus „Die schöne Magelo- ne“, die dann im großen häus- lichen Wohnraum zur Auffüh- rung kamen. Ortwin von Holst las selbst die Texte und sang die Lieder. Die junge Frau hatte Pläne dabei, bearbeitete Wett- bewerbe, skizzierte Grundris- se und Raumfolgen. Siebenmal genossen sie das gemeinsame Glück im Süden. Sechs Jahre waren Ortwin von Holst in Bri- gittes Haus geschenkt. Er starb am 26. Oktober 1973.
Brigitte Eckert-von Holst ar- beitete fast ausschließlich für Kirchen und Gemeindezentren. Nach der feierlichen Einwei- hung von St. Gabriel 1968 folg- te ein Jahr später die Weihe der Kleinkirche Lütjenwestedt. Die Vicelinkirche in Sasel er- hielt 1970 einen Kindergarten und ein Jugendzentrum nach ihren Plänen. Im selben Jahr konnte auch der Kindergar- ten St. Matthäus in Winterhu- de eröffnet werden. Gleichzei-
Auch dies beeindruckende Gotteshaus ist ein Werk
der jungen Architektin Brigitte Eckert, die hier, in Duvenstedt – in ihrer Kirche – dem Kantor und Musikpä- dagogen Ortwin von Holst das Jawort gab. Oben bei Grundsteinlegung 1966, unten 1967 nach der Einwei- hung der CANTATE-Kirche am Duvenstedter Markt 7. Damals noch eine unverbaute Landschaft.
kirche in Sasel. Damit begann auch die langjährige Zusam- menarbeit mit dem Rahlstedter Künstler Hanno Edelmann, der etwas später auch für die gro- ßen Glasfenster von St. Gabriel verantwortlich war.
Musik führte sie zur Kirche, die Kirche zur Architektur Die Musik, bekennt Brigitte Eckert-von Holst, führte sie zur
Kirche, die Kirche zur Architek- tur. Schon auf der Walddörfer-
schule sang sie im Chor. Da war sie fünfzehn und ihr (haupt- amtlicher) Musiklehrer hieß Ortwin von Holst. Er unter- hielt beliebte Arbeitsgemein- schaften, den Walddörfer-Chor und den Instrumentalkreis „collegium musicum“, mit de- nen er ehrgeizige Musikprojek- te, ja ganze Opern zur Auffüh- rung brachte. Unter den Chor- Schülerinnen hatte Brigitte die höchste Sopranstimme. Des- halb sang sie in Mozarts Zau-
November 2016 VolksdorferZeitung 27


































































































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