Page 132 - Das Geruch und Geschmack Wunder
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chen, die an G-Proteine andocken können (in dieser Gruppe sind auch
viele Neurotransmitter und Hormonrezeptoren enthalten), sind sie her-
vorragende Rezeptoren, um die Beziehung zwischen
Aminosäuresequenzen und Ligandenbindungsaffinitäten zu verstehen.
Wir sind in der Lage sowohl bestimmte Rezeptoren als auch
Rezeptorklone durch gezielte Mutationen zur Überexpression zu zwin-
gen und diese dann auf bestimmte Liganden-Sensitivitäten zu überprü-
fen. Diese Daten werden dann in Computermodellen des
Proteinrezeptors verwendet, um präzise zu verstehen, warum zum
Beispiel der eine Rezeptor imstande ist den Geruch von Rosen zu er-
kennen, während der andere spezifisch auf Pizza abgestimmt ist.
In einer anderen Weise sind unter den Neuronen die olfaktorischen
Rezeptoren in ihrer Fähigkeit einzigartig sich während eines Tierlebens
zu regenerieren. Es wurden mehrere experimentelle Manipulationen
entwickelt, um neuronale Regeneration und Proliferation in vivo zu in-
duzieren, wodurch es möglich wird Neuronen mit einem bekannten
Geburtsdatum zu eliminieren. Durch die Anwendung physiologischer
Techniken der Zellaufzeichnung quantifizieren wir biophysische
Parameter, wie das Erscheinen von Ionenkanälen oder Rezeptoren und
die Entwicklung von synaptischen Kontakten in sich heranbildenden
Neuronen. 102
Aus all seinen Aussagen kann nur ein Sinn entnommen werden:
Gegenwärtig ist nur sehr wenig über den Geruchssinn bekannt, trotz des
derzeitig fortgeschrittenen Stands der Wissenschaft. Die
Schlussfolgerung aus all den Ressourcen, die in Bewegung gesetzt wur-
den, und den ausgeführten Forschungen ist, dass viel von dem Bekannten
noch immer theoretisch ist. Was aber bekannt ist, ist die großartige
Struktur des olfaktorischen Systems. In der Tat macht Stuart Firestein im
Abstract seines Aufsatzes hierauf aufmerksam:
Die Nase des Säugetieres ist wohl der beste chemische Detektor auf dem
DAS GERUCH
UND GESCHMACK WUNDER