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Zum Beispiel hat ein Welpe einer kleinen Rasse
im Alter von drei Monaten die Hälfte seines
Endgewichtes erreicht, der einer großen
Hunderasse jedoch erst mit fünf bis sechs
Monaten. Ein Pudel erreicht sein Endgewicht
im Alter von etwa acht Monaten, dann hat er
sein Geburtsgewicht etwa verzwanzigfacht. Ein
Neufundländer wächst noch bis zum Alter von
18 bis 24 Monaten und hat dann sein
Geburtsgewicht verhundertfacht!
Hunde wachsen unterschiedlich,die
Gewebe entwickeln sich nicht mit
derselben Geschwindigkeit
Während des Wachstums entwickeln sich die
Gewebe des Organismus nicht mit derselben
Geschwindigkeit. Am schnellsten entwickelt © Duhayer/Royal Canin
sich das Knochengerüst des Welpen in den ers-
ten Wochen nach der Abgabe durch den
Züchter, dies erstaunt die neuen Besitzer immer
wieder. Das Muskelgewebe wächst langsamer ihr schnelles und längeres Wachstum abge- schwerwiegenden Unverträglichkeitsreaktionen
stimmt ist. Für Hunde kleiner Rassen, deren während der Verdauung kommen.
als die Knochen, deshalb wirken Hunde großer
Rassen in der Jugend häufig „schlaksig“. Die Wachstum bereits weit fortgeschritten ist und Ein Hund nutzt die Energie seiner Nahrung.
Muskeln entwickeln sich im Lauf der Pubertät sich bald verlangsamt, besteht das größte Risiko
nicht in Bezug auf die Skelettentwicklung, son- Diese Energie dient ihm für den Erhalt seiner
unter dem Einfluss der Sexualhormone schnel- Gewebe und sichert seine Lebensfunktionen
ler. Es ist sehr wichtig, immer daran zu denken, dern in der Entwicklung von Übergewicht.
(Atmung, Herzschlag, …): Dies bezeichnet man
denn das erklärt die unterschiedlichen Risiken als den energetischen Grundbedarf (auch
während des Wachstums bei den kleinen und Besonderheiten der Ernährung der Grundumsatz). Ein Welpe hat einen zusätzli-
den großen Hunden. Ein Welpe einer großen Welpen inAbhängigkeit von ihrer
chen Energiebedarf für sein Wachstum und seine
Hunderasse sollte langsam wachsen, um über- Größe Bewegungsaktivität, z.B. beim Spielen. Diese
mäßiges Körpergewicht zu vermeiden, das zu ei-
Grundsätzlich muss die Ernährung eines Welpen Anforderungen bilden den Erhaltungsbedarf des
ner Verformung des noch unreifen Skeletts füh- Tieres. Wenn die aufgenommene Energiemenge
ren könnte. Ein zukünftig großer Hund muss berücksichtigen: höher ist als der Bedarf des Welpen, lagert er die-
sehr schlank groß werden! Eine leichte
• die Unterschiede der verschiedenen sen Überschuss in seinen Adipozyten (Fettzellen,
Ernährung verlangsamt die Wachstumsge- Hunderassen und ihre Wachstumskurven die das Fettgewebe bilden). Diese Lagerung kann
schwindigkeit, beeinflusst aber nicht Statur und in jedem Alter stattfinden.
Endgröße des Tieres. Hunde großer Rasse be- • ihre Fähigkeit, die Nahrung zu verdauen, bei
nötigen deshalb eine Nahrung, die speziell auf nicht ausgewogenen Rationen kann es zu
Ein Welpe hat unabhängig von seiner
Hunderasse oder seiner Größe immer einen hö-
heren Bedarf an Energie und Nährstoffen als ein
ausgewachsener Hund, wenn man dies pro
Die verschiedenenWachstumsphasen bei Deutschen Doggen
Kilogramm seines Körpergewichts berechnet.
50 % des Endgewichtes 80 % des Endgewichtes Er benötigt Energie für seine Erhaltung, aber
auch, um neue Gewebe zu bilden (Knochen,
Widerristhöhe Muskeln, Blut, Haut, Haare, ...). Sein Bedarf an
in cm
Proteinen, Mineralstoffen und Vitaminen ist
ebenfalls höher als beim ausgewachsenen Hund.
Die Ernährung eines Welpen mit einer Nahrung
für ausgewachsene Hunde birgt deshalb immer
ein gewisses Risiko.
Aufzuchtnahrungen haben einen höheren
Proteingehalt, besonders für die größeren Hunde
© Psaila © Renner © Renner © Psaila
(mehr als 30% der Trockenmasse für Hunde
Welpe, 2 Monate, 42 cm, 12 kg 5 Monate: 70 cm, 36 kg 8 Monate: 75 cm, 58 kg Adult: 80 cm, 70 kg
kleiner Rassen, 37 bis 38% für die großen), da-
bei wird auf eine hohe Qualität dieser Proteine
Das Knochenwachstum findet hauptsächlich in den ersten Monaten der Wachstumsphase statt. Die zweite Phase
entspricht der Entwicklung der Muskulatur bis zum Erreichen des Adultgewichtes. Deshalb haben junge Hunde gro- geachtet. Junge Hunde sind wesentlich sensibler
ßer und der Riesenrassen vor der Pubertät wenige Muskeln. als ausgewachsene in Bezug auf die
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