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Erstes Meyer-Kreuzfahrtschiff verschrottet
Das alte Kreuzfahrtschiff mArEllA drEAm ist als Anhang des Schleppers christos LXI bei einer Abbruchwerft im türkischen
Aliaga eingetroffen, um dort den Weg allen alten Eisens zu gehen. Ein norma- ler Vorgang also, könnte man meinen, wenn es sich bei der mArEllA drEAm nicht um ein besonderes Schiff gehan- delt hätte, nämlich um das erste von der Meyer Werft gebaute Kreuzfahrtschiff, um die 1986 an die italienische Home Lines abgelieferte homEric.
Für die Werft war die damalige homEric in zweierlei Hinsicht ein besonderes Schiff: einmal, weil es am 28. September 1985 das einzige Kreuzfahrtschiff war, das in Papenburg mit einem klassischen Quer- stapellauf zu Wasser gebracht wurde, und weil mit ihm für die Meyer Werft der erfolgreiche Einstieg in den technisch anspruchsvollen Bau von Kreuzfahrt- schiffen begann.
Inzwischen zeugen über 50 an internati- onale Kunden gelieferte Neubauten von den Leistungen der Werft an der Ems. Sie ist nach Fincantieri in Italien der welt- größte Lieferant von „Traumschiffen“. Und noch etwas kommt bei der homE- ric dazu: Sie ist das einzige Schiff, das zum zweiten Mal Papenburg angelaufen hat. 1989 wurde sie auf ihrer Bauwerft um 40 auf 243 m verlängert, bereits schon als WEstErdAm. In der Folgezeit berei- cherte das schier unverwüstliche Schiff noch unter den Namen costA EuroPA, thomson drEAm und schließlich mArEllA drEAm den Kreuzfahrtmarkt. Immerhin fast 35 Jahre lang, bis jetzt in Aliaga die Schneidbrenner in Aktion traten. Ein ereignisreiches Schiffsleben ging damit zu Ende. hjw
Die Homeric ging 1985 unter Anteilnah- me vieler Schaulustiger mit gewaltigem Schwall quer zu Wasser
Von der Ostsee auf die schweizerische Limmat
Das Stralsunder Unternehmen Ostsee-
staal/Ampereship hat das erste der drei
von der Zürichsee-Schifffahrtsgesell-
schaft bestellten Elektro-Fahrgastschiffe
auf die Reise nach Zürich geschickt. Ein-
fach war diese Ablieferung nicht, denn
zwischen dem Bauplatz an der Ostsee
und dem Einsatzort in der Schweiz auf
dem Zürichsee und der Limmat galt es,
1100 km im Straßen-Schwertransport zu
bewältigen. Das 22,50 m lange, 3,80 m
breite und für 61 Passagiere ausgelegte
Binnenfahrgastschiff soll nicht nur für
den emissionsfreien Personennahver-
kehr, sondern auch für Veranstaltungen
genutzt werden. hjw Schwerlast-Lkw auf die 1100 Straßenkilometer lange Überführungsfahrt
Nachhaltig entsorgt
Ein Schiff auch in Deutschland nachhal- tig „grün“ entsorgen und recyceln zu können, das wollte das Startup Levia- than aus Cuxhaven mit Unterstützung der German Naval Yards demonstrieren. Dazu wurde das 42 m lange Wasserbau- fahrzeug HC hAGEmAnn I in Kiel komplett zerlegt und nachhaltig emissionsfrei ent- sorgt. Auch für die Werft war die umwelt- schonende Entsorgung des Schiffes eine willkommene neue Herausforderung, die sie gerne stemmen wollte, wie sie verlau- ten ließ. Im Rahmen des Projekts wurde Künstlern die Gelegenheit geboten, sich Teile und Material aus dem Recyclingfun- dus herauszusuchen, um diese wiederzu- verwenden, weiterzuverarbeiten oder in Kunstwerke zu verwandeln. hjw
Das Demonstrationsobjekt, die HC HAgemAnn I vor der Zerlegung
Leinen los! 9/2022 25
Das erste der vollelektrischen Fahrgastschiffe ging komplett ausgerüstet auf einem
Foto: GNYK Foto: Ostseestaal/Peuß
Foto: Meyer Werft

