Page 45 - ll_7-8_2020
P. 45
Geschichte
Vor 20 Jahren – die kurSk-Katastrophe Matthias Faermann
Es gab in den vergangenen Jahrzehn- ten eine Vielzahl von Havarien mit sowjetischen bzw. russischen Untersee-
booten. Bei den meisten Zwischenfäl- len hat die Öffentlichkeit jedoch kaum Informationen erhalten, die Dramen spielten sich im Verborgenen ab. Doch vor 20 Jahren bewegte ein U-Boot-Un- glück die Welt. Am 12. August 2000, ei- nem Samstag, nimmt das russische Nu- klear-U-Boot K 141 kursk an einem Ma- növer in der Barentssee teil, ca. 100 sm nordöstlich von Murmansk. Es zählt zur oscar-II-Klasse bzw. trägt die russische Bezeichnung „Atom-U-Bootkreuzer 1. Ranges Projekt 949A ANTEY“. Mit einer Verdrängung von 24.000 t im getauch- ten Zustand hat die kursk eine Besat- zung von 118 Mann und steht unter dem Kommando von Kapitän zur See Genna- dij Ljatschin. Sie wurde erst 1994 in Dienst gestellt und kann mit bis zu 24 Atomrake- ten vom Typ SS-N-19 mit einer Spreng- kraft von je 500 kt zur Bekämpfung von strategischen Schiffszielen bestückt wer- den. Weiter verfügt sie über sechs Torpe- dorohre, davon zwei im Kaliber 650 mm für überschwere Torpedos. Doch an die- sem Tag hat sie keine Nuklearwaffen an Bord, dafür sind mehrere Übungstorpe- dos in den Rohren. Weitere Gefechts- torpedos lagern im Bugtorpedoraum. Um 10:28 MESZ findet eine Explosion an Bord statt, die kursk verschwindet. Seismografen in Norwegen verzeichnen für das Seegebiet eine Erschütterung in
Ein Satellitenbild, aufgenommen am 17.8.2000 vom NASA-Satelliten sea WIFS (Sea-viewing Wide Field-of-view Sensor), zeigt das Gebiet (rot eingekreist), in dem das russische Atom-U-Boot kursk in der Barentssee auf den Meeresboden gesun- ken ist
Ein russisches Atom-U-Boot der anteJ-Klasse, zu der auch die kursk gehört (Nato-Bezeichnung oscar-II)
Der Turm des russischen Atom-U-Boots kursk mit 118 toten Matrosen an Bord lag frei im Dock des Marine- hafens Rosljakowo
Leinen los! 7-8/2020 45
Foto: dpa
Foto: Wikimedia Foto: dpa-Fotoreport