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Foto: Wikimedia
Das Mahnmal in Murmansk erinnert an die Katastrophe vom 12. August 2000
kam sofort ums Leben, der Reaktor leite- te automatisch eine Notabschaltung ein, und das steuer- und antriebslose Schiff sank auf den Boden der Barentssee auf 108 m Tiefe. Eine Gruppe von 23 Mann konnte sich in die Hecksektion retten, in der sich eine Rettungsschleuse befand. Sie starben jedoch nach einigen Stun- den an giftigen Gasen. Das Wrack wird erst am späten Abend entdeckt, die Ret- tungsmaßnahmen laufen schleppend und unprofessionell an, die Kommuni- kationspolitik der russischen Marinefüh- rung ist katastrophal. Hilfeleistung durch Nato-Staaten wird kategorisch abge- lehnt. Auch die Deutsche Marine hat- te sofort nach Bekanntwerden des Un- glücks ein Rettungsteam aktiviert, das abflugbereit auf gepackten Koffern saß. Erst als sich Präsident Wladimir Putin nach Tagen aus seinem Urlaub zurück- begibt und sich viel zu spät persönlich der Sache annimmt, kann das Rettungs- U-Boot LR 5 aus Schottland in Marsch ge- setzt werden. Doch LR 5 sowie norwegi- sche Rettungstaucher kommen zu spät und finden hinter der Rettungsschleuse der kursk nur Tote vor.
Knapp ein Jahr später begann eine spek- takuläre Bergungsaktion. Mit einer gi- gantischen Unterwasser-Seilsäge wurde der übrig gebliebene Bug abgetrennt, angeblich weil er für eine Bergung zu in- stabil war. Im Rumpf wurden von Tau- chern Stahlseile fixiert, mit deren Hilfe das Wrack im Oktober 2001 durch eine niederländische Bergungsfirma gehoben
wurde. Die Überreste der kursk wurden dann auf einem Ponton nach Murmansk geschleppt und dort in der Werft von Rosljakowo demontiert. Der Turm der kursk steht seit 2009 als Mahnmal bei der Erlöser-Kirche in Murmansk.
In Deutschland gab es direkt nach dem Untergang ein gewaltiges Medienecho. Alle Zeitungen, Zeitschriften und Sen- der berichteten über kleinste Details und jedes neue Gerücht. Dabei wurde auch die Sicherheit der deutschen U-Boote intensiv diskutiert. Dafür wurde der Ver- fasser dieses Artikels in seiner Funktion als Kommandeur des 3. Ubootgeschwa-
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ders mit der Pressearbeit zur kursk be- traut und fand sich über Wochen nahe- zu jeden Abend als „Experte“ in TV-Son- dersendungen. Der Marinestützpunkt in Eckernförde, der Heimathafen der U-Boo- te wurde förmlich von der Presse mit Über- tragungswagen belagert, jeder erkennba- re U-Bootfahrer wurde ausgefragt. Doch diese waren von den Ereignissen berührt und fieberten mit, solange noch die Hoff- nung auf Rettung der russischen Kamera- den bestand. So lautete dann auch eine vielzitierte Schlagzeile in einer großen Ta- geszeitung: „Wir fühlen mit den Jungs in der kursk!“ 7
Geschichte
Leinen los! 7-8/2020 47
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