Page 635 - Atlas der Schöpfung 3
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Harun Yahya























                                                                                                                   Ein Foto von 1914
                                                                                                                   aus einer Eugenik-
                                                                                                                   Trainingsklasse.











                 Darwins Vermächtnis an seinen Vetter Galton: Eugenik



                 Die theoretischen Grundlagen der Eugenik wurden von Malthus und Darwin gelegt. Der Aufsatz von
             Malthus, für Darwin der Quell der Inspiration, enthielt bereits die Grundideen, aus denen später die Eugenik her-
             vorging. Malthus behauptete, Menschen könnten sich nach den gleichen Methoden vermehren, die in der
             Tierzucht angewendet werden:

                 “Es scheint jedoch nicht ausgeschlossen zu sein, dass bei einiger Achtsamkeit bestimmte in der Tierzucht ange-
                 wandte Methoden auch auf Menschen anwendbar sein könnten. Ob dies bei der Übertragung des
                 Denkvermögens möglich ist, mag zweifelhaft sein. Aber Größe, Stärke, Schönheit, Aussehen und eventuell sogar
                 Langlebigkeit sind gewiss in bestimmten Maßen übertragbar.“       104

                 Aus dieser und vielen anderen Textstellen bei Malthus geht zweifelsfrei hervor, dass er menschliche Wesen
             nur als höhere Tiere verstand. Genau das war der Grundgedanke, den Darwin aufgriff und aus dem er seine
             Thesen entwickelte, die wiederum zur Voraussetzung der Eugenik wurden. In seinem Buch Die Abstammung des
             Menschen drückte er seine Besorgnis darüber aus, dass infolge bestimmter sozialer Praktiken die Schwachen nicht
             ausgesondert würden und dadurch eine rückwärts gewandte biologische Entwicklung eintreten könne. Laut

             Darwin werden in der Natur die mängelbehafteten Exemplare einer Gattung mehr oder weniger schnell ausge-
             merzt. Deshalb sei es ein schwerer Fehler, mangelhaft ausgestattete menschliche Individuen in einer zivilisierten
             Gesellschaft durch Fürsorge und Medikamente am Leben zu erhalten. Man solle besser dem Beispiel von
             Tierzüchtern folgen und durch künstliche Selektion auch in menschlichen Gesellschaften die Schwachen und
             Kranken eliminieren:

                 Niemand, der weiß, wie Tiere gezüchtet werden, wird bezweifeln, dass solche Methoden, auf Menschen ange-
                 wandt, menschenverachtend sind. Es ist überraschend, wie schnell ein Mangel an Fürsorge oder falsch ange-
                 wandter Fürsorge bei der Tierzucht zu Degeneration führt. Doch mit Ausnahme des Menschen selbst dürfte wohl
                 kaum jemand so ignorant sein, seinem schlimmsten Feind im Tierreich die Fortpflanzung zu erlauben.         105

                 Bei den Wilden werden die körperlich und geistig Schwachen schnell ausgesondert, während die überlebenden

                 Exemplare normalerweise bei guter Gesundheit bleiben. Andererseits unternehmen wir zivilisierten Menschen
                 alles Mögliche, um den Prozess der Eliminierung zu steuern: Wir bauen Pflegeheime für Behinderte, Krüppel und
                 Kranke. Wie erlassen Armenschutzgesetze, und unsere Ärzte geben bis zuletzt ihr Bestes, um Menschenleben zu
                 retten - mit dem Ergebnis, dass die Schwachen innerhalb der Gesellschaft sich fortpflanzen können       106

                 Diese Aussagen wurden zur ideologischen Grundlage für Rassismus, Eugenik und Militarismus und verur-
             sachten schließlich grauenhafte menschliche Katastrophen. Gegen Ende seines Buches Die Abstammung des
             Menschen hin stellt Darwin noch eine Reihe weiterer unwissenschaftlicher Thesen auf, wie zum Beispiel, dass der
             Kampf ums Überleben die Humanität befördere, dass die Begabteren in diesem Kampf erfolgreicher seien als die
             weniger Begabten und dass ohne diesen Kampf die Menschen in Trägheit versinken würden.               107






                                                                                                                          Adnan Oktar    633
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