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meisten waren Deutsche und Österreicher. Wenn die Bevölkerung je erfahren hätte, dass dort ihre eigenen
                  “Landmänner“ getötet wurden, wären sogar die Nazis in beträchtliche Erklärungsnot geraten.
                       Die angelernten Euthanasie-Kräfte, die mittlerweile zu Tötungsexperten geworden waren, gewöhnten sich
                  schnell an ihr mörderisches Tun und sie wurden immun gegen das Flehen, die Schreie und das Stöhnen der Opfer.
                  Bei all ihren Handlungen wurden sie selbst überwacht und Berichte darüber von Vorgesetzten erstellt. Der dahinter
                  liegende Gedanke war: Wenn sie keine Skrupel hätten, Angehörige der eigenen Rasse zu töten, dann würden sie erst
                  recht Angehörige “minderwertiger“ Rassen umbringen. Deshalb wurden sie gleichzeitig für “weiterreichende

                  Aufgaben“ geschult. Wenn sie jedoch Schwierigkeiten bei der Ausübung ihrer mörderischen Tätigkeit hatten, oder
                  Widerstand zeigten, wurden sie von ihren Vorgesetzten kurzerhand für den Fronteinsatz in sogenannten
                  Selbstmordkommandos versetzt.
                       Um zuverlässige “Hinrichter” zu werden, wurde ihnen beigebracht, kaltblütige “makellose Mörder” zu sein -
                  damit sie seelisch den Schreien und Zuckungen der Sterbenden und dem Geruch ihres verbrannten Fleisches stand-
                  halten konnten. Denn es kostete auch sie Überwindung, mit den Todgeweihten zur Gaskammer zu gehen und ihnen
                  dabei zu erzählen, es wäre ein Duschraum. Dafür wurden sie auf unter-
                  schiedliche Weise belobigt und belohnt - unter anderem durch die
                  Verleihung des Eisernen Kreuzes 2. Klasse in geheimer Reichssache.

                       Dennoch bekam die Bevölkerung Wind von dem, was in den
                  “Kliniken“ vor sich ging, und Proteste wurden laut. Daraufhin wurde
                  bekannt gegeben, dass Hitler höchstpersönlich die Beendigung dieser
                  schrecklichen Maßnahme angeordnet habe. Das war eine Lüge, man än-
                  derte nur die Methode: Statt Vergasung wandte man nun Todesspritzen
                  oder Hungertod an. Die Ermordeten wurden in Massengräbern beigesetzt.
                  Die Euthanasie-Verbrechen endeten erst mit dem 2. Weltkrieg.


                       Sonderbehandlung 14f13


                       Nachdem schon  Abertausende ermordet waren, weitete die T4-
                  Organisation ihr Tätigkeitsfeld aus unter dem Codenamen “14f13”. Das

                  vorher nur auf Forschungsanstalten und psychiatrische Krankenhäuser
                  angewandte Programm wurde nunmehr auch ausgeweitet auf deutsche und
                  österreichische Strafgefangene, die wegen ihrer unzumutbaren
                  Haftbedingungen krank geworden waren, aber auch auf Juden, Zigeuner
















































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