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Rauchende Schlote von den Öfen,
die zur Verbrennung der Körper in
der Hadamar Tötungsanstalt ver-
wendet wurden.
Fotos aus verschiedenen Blickwinkeln
der Bernburg Tötungsanstalt
Auf diese Weise funktionierte das ganze
grauenhafte System. Sobald die Fragebögen
eingetroffen waren, wurde an die für die
Ermordung von Patienten verantwortlichen
Institutionen ein Vermerk des Inhalts geschickt,
dass ein entsprechendes Belegbett für
Kriegsverwundete freizuhalten sei, oder dass bes-
timmte Patienten verlegt werden sollten, um
besser behandelt werden zu können. Genau diese Patienten wurden dann von einer
der Frontgruppen abgeholt und zu einem der Tötungszentren transportiert. Dort
wurden sie schon wenige Stunden nach ihrer Ankunft liquidiert.
Nicht nur die geistig Unheilbaren wurden hingeschlachtet. Je mehr das
Euthanasie-Programm sich beschleunigte, desto mehr “Lebensunwerte“ wurden in
das Programm aufgenommen. Großzügig wurden Totenscheine ausgestellt für
geistig Instabile, Schizophrene, Epileptiker, Parkinson-Kranke, Paralytiker,
schwächliche Alte, Menschen mit Multipler Sklerose, Gehirntumoren und anderen neurologischen Erkrankungen.
Auch Kinder wurden ermordet. Waisenhäuser und Erziehungsanstalten wurden ausgeforscht, um neue Opfer aus-
findig zu machen.
Etwa die Hälfte der damals Ermordeten hätte wieder gesund werden können, wenn man ihnen die Möglichkeit
gegeben hätte. 132
Um die Taten der T4-Oragnisation zu verheimlichen, wurde Wert darauf gelegt, die Tötungszentren wie nor-
male Krankenhäuser aussehen zu lassen. Das hat Viktor Brack, Leiter der 2. Hauptamtes der KdF (Kanzlei des
648 Atlas der Schöpfung, Band III