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nehmen. Das tut sie sehr erfolgreich, im hei- mischen Betrieb, bei regionalen Weinevents und auch in der Ferne. Ihr Gatte Juan, ist mit seinen argentinischen Wurzeln im internationalen Wein- geschäft tätig und vertreibt Weine der besten südamerikanischen Weingüter.
„Eins für unseren Wein“
Ein besseres Motto hätten die Erbeldingers für sich selbst nicht  nden können. Mit 38 Hektar Weinbergs äche - ein großer Betrieb für rhein- hessische Verhältnisse - verfügt das Weingut über beste Lagen. Lehm-Löss und Kalkverwit- terungsböden lassen den Anbau nahezu aller Rebsorten zu. So wachsen bei den Erbeldingers jeweils 20 Prozent Riesling, Weißburgunder und Spätburgunder, Portugieser und Dornfelder jeweils 9 Prozent, Müller-Thurgau, Silvaner und Char- donnay jeweils 5 Prozent. Die Weinkarte offeriert 45 Weine, zuzüglich zehn erlesener Sekte.
Kein Einsatz von Herbiziden
„Unser ökologisches Verständnis, bodenscho- nende Verfahrensweisen und die Selbstverp ich- tung gegenüber der Natur verbieten uns den Einsatz von Herbiziden“, verdeutlicht Christoph Erbeldinger seine Arbeitsmethoden im Weinberg. Die Weinbergszeilen sind begrünt, um die Feuch- tigkeit zu binden, bei schweren Regenfällen das Abschwemmen der Erdober äche zu verhindern und eine Stickstoffanreicherung im Boden zu erreichen. „Wir arbeiten im Weinberg mit allen Formen der Ertragsreduzierung, führen konsequent Qualitätskontrollen durch und stimmen unsere Arbeitsgänge auf die jeweiligen Bedürfnisse des Weinbergs ab, denn die Grundausprägung der Weine  ndet im Weinberg statt. Sehr aufwendige, aber auch sehr erfolgreiche Arbeitsverfahren“, versichert der junge Winzer. Das setzt sich fort bis zur Lese; Ausdünnung der Trauben, Vorlese, Selektion, Fäulnisauslese.
Alle Weißweine werden nach der Lese entrappt, das heißt, die Stile werden von den Beeren ge- trennt, damit sich im Wein keine Bitterstoffe bilden.
Zur Aromenentwicklung ruhen die Trauben etwa fünf Stunden auf der die Maische, die Premium- weine dürfen sich in 12 bis 15 Stunden entwickeln. Dann folgt eine sanfte Pressung.
Um einen möglichst geringen Sauerstoffeintrag
Rieslinge sind
Flaggschiff bei SErbeldinger
eit über 50 Jahren und in der dritten Generation ist das Weingut der Familie Erbeldinger im rheinhes- sischen Bechtheim im Flaschen- weingeschäft sehr erfolgreich. Und seit dieser Zeit richtet sich
ihr Blick insbesondere auf die Kultivierung des Rieslings. Liebe zum Wein und zur Heimat, 50-jährige Weinbautradition in der Familie, Weinbaukompetenz, persönliche und betrieb- liche Dynamik, das zeichnet das Unternehmen aus.
Da sind zunächst Edith und Stefan Erbel- dinger, die sich nicht als „Familienpatronat“ sehen, sondern die Junioren mit ihrem breiten Erfahrungsschatz unterstützen. Edith Erbeldin- ger weiß genau, dass die Organisation hinter den Kulissen stimmen muss, wenn der Betrieb reibungslos laufen soll. Und auch „Oma Gertrud“ ist noch sehr aktiv in der Kundenbetreuung.
Christoph Erbeldinger und Partnerin Gundi bilden gemeinsam mit Gudrun Erbeldinger-Höf- ferle die Juniorgeneration des Weingutes. Für Christoph, sozusagen zwischen den Reb- zeilen geboren, kam nie etwas anderes in Frage, als in den elterlichen Betrieb einzusteigen. Beim Heimspiel fühlt er sich wohl, er bestimmt die Regeln im Weinberg und Keller, und hat einen ausgeprägten, ökologischen Touch.
„Nachhaltige Wirtschaft“ ist sein Credo im Betrieb. Sicher hätte er durchaus auch in aus- ländischen Weingütern seine innovativen Win- zerfähigkeiten ausleben können, doch das war für ihn keine Option. Seine Partnerin Gundi ist da die ideale Ergänzung im Betrieb. Die junge Österreicherin sah sich nach ihrer Ausbildung als Köchin zunächst einmal in der Welt um. Nach Stationen in Asien und New York bei Spitzenköchen, führt sie jetzt die „Gastronomie Erbeldinger, S“, zaubert kulinarische Köstlichkei- ten, natürlich passend zu den Weinen. Gudrun Erbeldinger-Höfferle sieht ihre Aufgabe darin, Menschen für den Wein zu begeistern, sie im wahrsten Sinn des Wortes „an die Hand“ zu
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