Page 3 - Die Seuche
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”Wie aus dem Nichts erschien dieses...Ding am Horizont. Zunächst dachten wir, es wäre lediglich ein
verlassenes Geisterschiff, doch mein ungutes Bauchgefühl bestätigte sich…”
Vallira ließ sich seufzend in ihre Hängematte fallen und drückte ihre Hände über die Ohren,
die Spuren der vergangenen Tage deutlich an ihr erkennbar. Die Hilfeschreie hallten noch in
ihrem Kopf und sorgten für schlaflose Nächte; der beißende Geruch von verbrannten Fleisch
lag in ihrer Nase und drohte in jedem Moment ihren Magen wieder zu entleeren: Sie musste
sich in Jarikswall erholen.
Sie hatte versucht, so vielen Rytarern wie möglich zu helfen, doch im Endeffekt waren ihre
Bemühungen...fast umsonst. Sie blickte zu einer kleinen mit Eisen verzierten Schatulle, ein
Überbleibsel ihrer Arbeit. In der Hoffnung, eine solche Katastrophe in der eigenen Heimat zu
vermeiden, hatte sie einige Proben genommen: Die Universität in Jarikswall kannte sich
ausgezeichnet mit Seuchen aus, also sollte hoffentlich ein Heilmittel für die Zukunft möglich
sein.
Das Schiff war nur noch wenige Stunden von Jarikswall entfernt, doch Vallira hörte langsam
immer mehr und mehr Schritte umherirren. Zunächst dachte sie, dass es sich dabei um
Vorbereitungen für die Ankunft handeln würde, doch die Schritte waren...panischer, als sie
sein sollten.
Vallira richtete sich auf und wollte nach oben gehen, als eine Erschütterung sie gegen die
Wand schleuderte und ihr linker Arm einen lauten Knacks von sich gab. Langsam ging sie
mit schmerzverzerrter Miene die Treppen hoch an Deck und sah die Panik in den Augen der