Page 31 - Die Seuche
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14. Der Weg des Schwertes


               Dunkeltann, Thronheimer Lande


               Nur Ein paar Tage war es her, dass die Wachposten entlang des Nherns schwarze,
               aus Jarikswall aufsteigende Rauchwolken gemeldet hatten. Aus der Hauptstadt war
               seitdem nur der Befehl übermittelt worden, dass die Truppen sich bereit zum
               Abzug machen sollen und bald jemand aus Thronheim eintreffen würde, das
               weitere Kommando zu übernehmen. Entsprechend war man tüchtig zu gange:
               Die vorübergehend errichteten Lager entlang des langen Flusses wurden zügig
               abgebaut, die Männer beluden Karren und Kutsche, Packesel und Pferd, Schwerter
               wurden geschliffen und Speere ausgegeben. Abschließend versammelte sich ein

               jeder in voller Montur an der Querung des Nhern.

               Nach und nach trafen mehr und mehr Soldaten und Materialien an der großen
               Brücke ein. Die Stimmung war geladen, zu ungewiss waren die Befehle - einige
               der Truppen harrten teilweise bereits bis zu einem halben Tag am Treffpunkt aus,
               ohne weitere Anweisungen erhalten zu haben. In der resultierenden Unruhe
               entging der wartenden Truppe das langsam herannahende Grollen aus dem Süden.
               Erst als man den Boden förmlich beben spürte, verstummte der Tumult;
               angespannt wandte man den Blick die große Südstraße entgegen.
               Es waren Reiter, viele Reiter, die dort aus dem Dunkel des Waldes hervor
               preschten - ihre Lanzen erhoben und schwer gerüstet ritten sie auf dem schnell frei
               gemachten Platz vor der Brücke ein. Die Farben Thronheims leuchteten hell auf
               ihren Bannern. Einer der Reiter trat vor das versammelte Fußvolk und offenbarte
               mit einer raschen Öffnung seines Visieres seine Person: es war Grossmarschall
               Arthos von Hraggstad höchst selbst.
               Er verkündete, dass der König seine Entscheidung getroffen habe, dass das
               Schweigen des Jarikswaller Rates und die Anzeichen des Kampfes um die Stadt
               dem Reich keine andere Wahl ließe, als selbst aktiv zu werden, um das Schlimmste
               noch abzuwenden. Weiter sprach er, dass es nun an ihnen, den Söhnen
               Thronheims, sei, die Entscheidung ihres Königs auszutragen. Sie zu Land, die
               Flotte unter Kommando von Marethyu zur See - die Zeit von Axt und Blut sei
               gekommen. Die Menge brachte ihre Zustimmung laut zur Geltung.
               Nachdem Arthos alle weiteren Befehle an die Hauptmänner erteilt hatte, setzte er
               sich wieder an die Spitze der Reiterei und sie donnerten über die Nhern-Brücke.
               Die zurückgebliebenen Bataillone verloren keine Zeit und sammelten sich für den
               Marsch: der größte Teil von ihnen würde die Stadt Schnellwasser und Burg
               Klippfang belagern, der Rest solle sich dem bald eintreffenden Hauptheer aus den
               Provinzen anschließen.
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