Page 33 - Die Seuche
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Tage später.

               Mehrere Stunden dauerte die Überquerung der unter der Last stöhnenden Brücke - ein
               solches Heer hatte zuletzt unter Balrik Fuß auf die andere Seite des Nherns gesetzt.
               Auf der anderen Seite wurde es bereits erwartet. Am Fuß des Zollhauses, der Überreste des
               alten Hauses derer von Landrau, stand Bruder Wilhelm, Adeptus Arcus vom Orden des
               Heiligen Benidas.
               "Ariane segne Euch. Möge Eure Passage sicher sein.", erhob er die Hand vor den
               Übersetzenden. "Ich wünsche ein Mitglied des Offizierkorps zu sprechen.

               Kurz darauf war er allein mit dem jungen Offizier, der ihm als Isomates von Gremel aus den
               Stromlanden vorgestellt worden war.
               "Ich habe alles vorbereitet und die wesentlichen Dinge mit den hiesigen Adeligen
               abgesprochen, so dass es keine Probleme geben wird. Ein Teil unseres Truppenaufgebotes
               befindet sich beim Heiligen Pakt, und daran werden wir festhalten, aber das heißt nicht, dass
               wir Euch nicht zur Seite stehen können."

               Wilhelm zog eine lange Liste hervor.
               "Falls Ihr gerade nicht benötigte Truppen unterbringen oder Verwundete verpflegen wollt,
               habt Ihr auf dem Gebiet des Fürstentums Garweyn die Möglichkeit, fünzig in einem Teil des
               Klosters unterzubringen. Fünfzehn kommen in Allersdorf unter, fünfundzwanzig auf Pynn,
               fünf in der Ruine Landrau, dreißig in der Ruine Garweyn, zwanzig in Weynlauf. Bei den
               Teilen, die im Fürstentum Garweyn nicht direkt dem Kloster unterstehen: vierzig in Viswald,
               dreißig in Agen, fünfundzwanzig in Branwynn, zwanzig in der Baronie Garweyn. Jeweils
               fünf bis zehn Leute können untergebracht werden auf Bragham, Bray, Cerweyn, Wyth und
               am Steineichenhain. Es gibt auch Angebote aus dem Fürstentum Cerydwen, darunter von
               Reylynn, Immenrik, Lindringen, Cerydeth, Andreth, Schwarzbrandt und Cerydwen selbst, im
               Norden von Indrau und Wertelsbach, für zusammen etwa einhundertfünzig Personen. Ich
               habe Euch hier eine Karte mitgebracht."
               Wilhelm mühte sich einen Moment mit dem Ausrollen der Karte ab, dann konnte er die
               entsprechenden Orte bezeigen.

               Dann wanderte sein Finger auf der Karte nach Osten.
               "Besonders wichtig wird die Einnahme der alten Grenzfestungen am Nhern sein; diese
               müssen im Vorfeld der Operation genommen werden, damit die eigentliche Belagerung
               Erfolg haben kann."
               Sein Finger strich an dem blauen Band entlang, das sich von einem Ende der Karte bis an das
               andere erstreckte.

               "Die meisten dieser Orte sind nur noch Ruinen; aber sie im Rücken zu haben, wäre schnell
               sehr unangenehm. Eolweyn - Verzeihung - heute natürlich Schnellwasser und Klippfang - ist
               der größte und am besten Befestigte. Dieser deckt zusammen mit dem Hauptort den ganzen
               Nordosten gegenüber kontrollierten Operationen. Aber um Schnellwasser einzuschließen,
               muss zuerst Ceynwen fallen, welches sich auf halbem Weg zwischen dem Ort und Jarikswall
               befindet. Das benachbarte Canderynn und der Graf vom Nhern haben bereits vorsichtig
               angedeutet, uns keine Schwierigkeiten machen zu wollen. Aber Ceynwen ist eine andere
               Sache. Die Anlage wurde seit Balrik massiv umgebaut und steht auf einer einsamen
               Felssäule, die ihr Wasser aus einer unterirdischen Quelle bezieht. Wahrscheinlich werden wir
               Katapulte auf den Türmen der kleineren Ruine auf der anderen Seeseite errichten müssen.
               Wie Ihr wisst, wird das Gelände östlich von Jarikswall von zwei sich kreuzenden Straßen
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