Page 27 - My FlipBook
P. 27
27
Warum ich im Polizeichor singe? Chormitglieder erzählen
"Hängen geblieben“
Mein Mann und ich waren
viele Jahre in unserer Kirche
Mitglieder eines Gospelpro-
jektes, das zweimal jährlich
stattfand, wobei die Proben
nur alle vier Wochen ange-
setzt waren.
Das war uns Musikbe-geis-
terten auf die Dauer zu wenig
und auf der Suche nach ei-
nem zusätzlichen Chor waren
wir hocherfreut, als eine Mit-
sängerin vor etwa vier Jah-
ren uns von folgendem Gos-
pelprojekt des Polizeichores
Münster berichtete:
Kathy Kelly von der Kelly Family hatte sich für ein Konzert in der Erlöserkirche angemeldet
und suchte zu diesem Zweck einen Chor, der vor Ort den Kartenverkauf regeln und auch eini-
ge Gospels als Begleitchor in dem Konzert singen sollte. Der Polizeichor sagte zu und suchte
für das Projekt noch einige interessierte Mitsängerinnen und Mitsänger. Wir informierten uns
telefonisch darüber bei der Vorsitzenden des Polizeichores und konnten sofort einsteigen.
Von Anfang an begeistert waren wir von unserem jungen Chorleiter, der für viele von uns
Sohn oder sogar Enkel sein könnte. Er hatte den Chor „gut im Griff“ und feilte mit uns in den
wöchentlichen Proben sorgfältig und geduldig an Rhythmen und Tönen. Nach dem Konzert
war es für uns fast selbstverständlich, „hängen zu bleiben“ und dem Chor beizutreten.
Großartig ist die Vielseitigkeit unserer Musik: Das – teilweise auch in anderen Sprachen ge-
sungene – Repertoire umfasst sowohl Schlager- und Popsongs als auch Volkslieder, Gospel-
und geistliche Musik, Filmmusik und auch klassische Stücke. Ganz besonders in Erinnerung ist
uns die romantische Ballade von Niels Gade „Erlkönigs Tochter“. Beim Austeilen der Noten
waren wir noch ein wenig skeptisch über die so ungewöhnliche Musikauswahl, was sich aber
in den Proben sehr schnell legte. Ein unvergessliches Erlebnis war das anschließende Konzert,
das wir in der Erphokirche erstmals öffentlich in Münster mit dem Kourion-Orchester und drei
Profisolisten als Chor aufführen durften.
Iris und Rainer Oenning