Page 644 - Atlas der Schöpfung 3
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• Die Nürnberger Gesetze
Das Sterilisationsgesetz reichte den Nazis nicht, um ihr Ziel zu erreichen. Um dem Ziel einer “gereinigten“
arischen Rasse näher zu kommen, wurden 1935 die Nürnberger Gesetze erlassen. Diese die Barbarei legalisierenden
Gesetze zementierten das mörderische Vorhaben, die Reinheit der arischen Rasse herzustellen.
Dieses Vorhaben begann damit, dass alle Staatsbediensteten hinsichtlich ihrer Familienstammbäume ausge-
forscht wurden. Alle, die keinen lupenreinen arischen Stammbaum vorweisen konnten, wurden zum Ausscheiden
aus dem Staatsdienst gezwungen. Die Nürnberger Gesetze teilten das deutsche Volk in Staatsuntertanen und voll
anerkannte Staatsbürger mit entsprechenden politischen Rechten. Juden, Zigeuner und andere ethnische
Minderheiten galten als Staatsuntertanen ohne Bürgerrechte. Das Zweite Nürnberger Gesetz “Zum Schutz
deutschen Blutes und deutscher Ehre“ (bekannt als Blutschutzgesetz) sollte die rassische Reinheit der deutschen
Nation sicherstellen.
Nach dem neuen Gesetz war eine Heirat zwischen deutschen Untertanen und deutschen Staatsbürgern
“Rassenschande“, was als Verbrechen geahndet wurde. Zugleich bot das Gesetz eine Grundlage für spätere
Praktiken, um “unerwünschte Subjekte“ zu isolieren.
• Rassenunterscheidungsprogramme
Der erste Schritt zur Verwirklichung des Eugenik-
Programms bestand darin, festzulegen, welche
Schädelmaße, Haarfarbe, Vitalkapazität
Rassenmerkmale für die Nazis für rassisch “rein“
und Fingerabdrücke wurden von den
Eugenikern verwendet, um die waren. Als Merkmale der sogenannten Herrenrasse
“Nichtüberlegenen“ zu identifizieren. wurde Folgendes definiert:
Blond, groß, langschädelig, schmales Gesicht, aus-
geprägte Kieferform, schmale Nase mit hohem
Nasenrücken, weit auseinander stehende blassfar-
bene Augen, rosige Gesichtsfarbe. 124
Solche und ähnliche Kriterien, jedes von
ihnen offensichtlich Ausgeburt eines kranken
Hirns, sind sowohl ein wissenschaftlicher
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