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SCANIA                                MERCEDES
                                               Übersichtlich und klar gegliedert: Die Scania-Arma-  Ähnliche Anordnung im Actros, aber ohne Tempera-
                                               turen, etwas verwirrende Bordcomputer-Bedienung  turanzeige, der Bordcomputer bietet viele Funktionen



        Mercedes-Sechszylinder nur um ein paar PS   tet und das Kupplungsspiel – vor allem beim   SCANIA
        nachsteht. Und mit 2350 Nm liegt der DC13 ge-  Anfahren – viel geschmeidiger dosiert. Die Be-
        nannte Schwedenmotor in den Gängen eins bis   dienung beider Getriebe über einen Hebel an
        elf deutlich über dem Daimler-Vierventiler.  der Lenksäule ist nahezu identisch und gestaltet
           Beide Triebwerke laufen leise, erlauben   sich selbsterklärend.
        schaltfaules Fahren, zeigen eine gute Elastizität
        und bemühen selten hohe Drehzahlen. Der   DIE GPS-TEMPOMATEN SIND GARANTEN
        Schweden-Sechszylinder spricht eine Idee bes-  FÜR SEHR NIEDRIGE VERBRÄUCHE
        ser auf Gespedalbewegungen an. In Fahrt zeigt   Das Thema GPS-Tempomat, inzwischen der Ga-
        dagegen der OM 471 eine minimal bessere Per-  rant für niedrige Verbräuche, lösen beide Her-
        formance. Weniger Verbrennungsgeräusche   steller exzellent. Beim Test nutzen wir die Stan-
        kommen subjektiv im Scania am Fahrer-Ohr an.   dardversion von Scania, was etwa der Einstellung
        Opa und Enkel sind also trotz mechanischer    +/-5 km/h beim Mercedes entspricht. Damit sind
        Unterschiede so unterschiedlich nicht.  beide Fahrzeuge sparsam und dennoch ausrei-
           Selbst der Blick auf die Verbrauchswerte   chend flott unterwegs. Der Geschwindigkeits-
        zeigt keine Vorteile. Der Scania verbraucht als   abbau an der Kuppe ist nicht so hoch, dass nach-
        SCR-Only-Motor ein wenig mehr AdBlue. Un-  folgende Kollegen irritiert werden. Bei der Fahrt
        term Strich stehen dann, mit anteiligem Harn-  bergab zeigen sich dagegen unterschiedliche
        stoff-Konsum ins Ergebnis eingerechnet, 23,58   Philosophien: Mercedes nutzt die inzwischen
        l/100 km beim Actros zu Buche. Beim R sind‘s   noch mal verstärkte Turbo-Motorbremse. Mit
        23,82 l/100 km. Dafür umrundet der Scania die   bis zu 400 kW hält sie den auf 40 Tonnen ausge-
        TRUCKER-Testrunde mit 81,13 km/h, der Mer-  ladenen Zug auf der Testrunde problemlos. Zu-
        cedes kommt „nur“ auf 80,95 km/h – wohlwol-  gegeben ist auch in dem Fall das Geräuschniveau
        lend betrachtet also ein klassisches Patt.   deutlich höher als im Scania. Der bemüht zur
           Alles andere als Ausgewogenheit dagegen   Verzögerung den neuen, verlustleistungsredu-
        beim Thema Getriebe: Genau genommen gibt   zierten Retarder mit noch mehr Bremsmoment.
        es keine Situation, in dem Powershift von Mer-  Klar, dass bei 4000 Nm nie das Gefühl nicht aus-  Vorbildlich: Der sichere Frontaufstieg des R
        cedes die Opticruise-Schaltbox des Scania über-  reichenden Bremsmomentes aufkommt.   MERCEDES
        flügeln kann. Die schwedische Zahnradbox   Klar wiegt der Retarder mit seinem Ölhaus-
        schaltet schnell, weiß in vielen Situationen die   halt und der Verrohrung knapp zwei Zentner
        Stärken des Motors besser auszunutzen, indem   mehr. Allerdings ist der Schwede trotzdem viel
        sie länger ziehen lässt, früher wieder hochschal-  leichter als der Deutsche. Und wenn‘s mal in die ▶



         SCANIA                                 MERCEDES
























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          Bequemer, treppenförmig               Eine Stufe mehr
          angeordneter Einstieg über            als beim Scania führt
          drei Stufen beim Scania               ins „Sternen-Reich“                                       2/2016  Trucker  27
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