Page 40 - Die Seuche
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17. Etikette




















































               Es klopft an der Tür. Kein seichtes, vornehmes Klopfen, wie angenehmer Besuch sich
               ankündigt und auch kein dringliches, von Eile getriebenes Hämmern, wie die
               Botenjungen klopfen. Nein, dieses Klopfen ähnelte eher einer eisernen Ramme,
               welche mit voller Wucht von vor Wut schäumendem Pöbel gegen das Tor eines
               Herrenhauses geschleudert wird. Sunkelch blickt von seiner Zeitung auf und mustert
               die Tür mit erstaunter Mine. „Kregur, man klopft an der Tür.“ merkt der Maester das
               Offensichtliche an. Es „klopft“ noch einmal, die Angeln der Tür knirschen
               bedenklich, Putz rieselt aus der Wand und ein Splittern ist zu hören. Durch das
               geöffnete Fenster des herrschaftlichen Gebäudes am Rande Jarikswalls dringen laute
               Schreie und das unablässige Klirren von Stahl auf Stahl und Fleisch. Kregur, langer
               Bart, um die 1.70 groß, in voller Rüstung ohne Helm, Muskeln wie ein Zuchtbulle,
               sitzt auf dem Boden der Kammer und schleift sein schwarzes Schwert mit einem
               Wetzstein. Sunkelch blickt den Gerüsteten über den Rand der Zeitung an. „Wenn
               man klopft, so hat man ein Anliegen. Na los, geh nachsehen wem es nach Einlass
               bedarf.“ erklärt Sunkelch im belehrenden Ton. „Ja, Maester.“ antwortet Kregur
               stumpf und will schon aufstehen, als es noch einmal Klopft und die Tür mit einem
               lauten Krachen aus den Angeln fliegt.
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