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Das ist gut, sagte er, denn dann könnte ich sie
in eine offene Gruppe aufnehmen. Er nahm
den Faden wieder auf und in der restlichen
Zeit unserer Sitzung hinterfragte Herr Berger
wie es mir mit dem Tod von Anton ginge und
ob ich Vorstellungen darüber hätte wie sich
dieses Ereignis auf den weiteren Verlauf der
Behandlung auswirke. Für ihn wäre es bemer-
kenswert denn wenn diese Geschichte einen
tieferen Sinn gehabt hätte, so wäre dieser jetzt
wohl erfüllt. Ich konnte ihm darauf nur den
schmerzlichen Verlust und die verbleibenden
Leere beschreiben, Sinnerfüllung wäre für
mich erkennbar.
Kati weinte. Es war drei Uhr in der Nacht.
Weinte sie im Traum? Kati, träumst du? Nein
sagte sie, ich bin gerade wach geworden, hatte
aber einen schlimmen Traum. Weinst du des-
wegen, fragte ich und kuschelte mich an sie.
Sie erzählte mir wie realistisch ihr Traumerleb-
nis gewesen war und sie beim Erwachen erst
gedacht hatte es wäre Wirklichkeit. Sie knuffte
mich und meinte ich wäre ein Schuft und sie
müsse besser auf mich aufpassen. Noch besser
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