Page 62 - Untergegangene VölkerDie Unvernunft der Gottlosigkeit
P. 62
60 DIE UNVERNUNFT DER GOTTLOSIGKEIT
liebt, so hat sie die Zwangsvorstellung, dass sie niemandem ande-
ren Zugang, geschweige denn eine Anziehung oder Freundschaft
zu jenem Menschen gewähren soll, da jener Mensch ausschließlich
ihr Freund bleiben soll. Ein Mensch mag jedoch von mehr als einer
Person geliebt werden. Die Zuneigung einer Person hat keinerlei
Einfluss auf die Liebe einer anderen. Ganz im Gegenteil, wenn jenes
Individuum eine außergewöhnliche Persönlichkeit besitzt, ist es
nur natürlich, dass sich viele Menschen zu ihm hingezogen fühlen.
Da sie nie zufrieden sind mit dem, was sie haben, können die,
die von Eifersucht leiden niemals wirklich glücklich sein. Das
Vorhandensein besserer Dinge in ihrer Umgegend gibt ihnen das
Gefühl von Rastlosigkeit und Bedrückung. Das ist eine rationale
Erklärung des Schadens, der durch Eifersucht verursacht werden
kann.
Anstatt sich innerhalb eines solch komplexen und problemati-
schen Systems zu bewegen, ist es weitaus angebrachter, sich an das
zu halten, was Allah offenbart hat, sein Denken von Eifersucht,
Neid und Geiz zu läutern und sich von Versuchungen fernzuhalten.
Die menschliche Natur ist anfällig für Eifersucht, doch es ist sehr
wohl möglich und in Wirklichkeit gar nicht so schwierig, sich mit
Hilfe von Weisheit und Gewissen von dieser Leidenschaft zu befrei-
en. Diese Tatsache wird im folgenden Vers im Quran erklärt:
... und die Habsucht wohnt der Natur des Menschen inne,
doch wenn ihr Gutes tut und gottesfürchtig seid, so ist Allah
gewiss dessen gewahr, was ihr tut. (Sure 4:128 – an-Nisa)
Allah befiehlt dem Menschen, sein Wesen von Eifersucht zu läu-
tern und diese durch eine vollkommen andere Einstellung zu erset-
zen, durch die er den Wünschen und Bedürfnissen anderer
Menschen den Vorrang über seine eigenen gibt.
Das ist in der Tat eine aufopfernde Einstellung. In einigen Versen