Page 16 - Das Gebet im Koran
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16 Das Gebet im Quran
ist uns näher als unsere Halsschlagader. Deshalb ist es nutzlos,
die Stimme zu erheben, um von unserem Herrn gehört zu wer-
den, Der uns ohnehin nahe ist. Man sollte eher still beten, oder
in einer Lautstärke, die nur wir selbst hören können.
Die Verse unten lehren uns, dass wir sowohl im Gebet, als
auch im alltäglichen Tun mit gemässigter Stimme sprechen
sollen:
Mäßige deinen Schritt und dämpfe deine Stimme. Siehe, die
hässlichste Stimme ist die Stimme von Eseln. (Sure 31:19 -
Luqman)
Sprich: "Ruft Gott an oder ruft den Erbarmer an, wir ihr Ihn
auch nennen mögt: Sein sind die schönsten Namen. Und bete
nicht zu laut und auch nicht zu leise, sondern halte den Weg
dazwischen ein." (Sure 17:110 - al-Isra)
Wie die Verse offenbaren, ist die im Quran beschriebene
Form des Gottesdientes frei von Pathos und Prahlerei. Das
Gebet wird nicht verrichtet, um andere zu beeindrucken: Der
einzige Zweck ist es, seine Pflicht gegenüber dem Schöpfer zu
erfüllen. Der Quran betont diesen Punkt ganz besonders. Die
Verse über das Gebet legen Wert darauf, dass das Anrufen
Gottes jemandes Religion aufrichtig zu Seiner Religion macht,
was bedeutet, dass man das Gebet allein deswegen verrichtet,
um Gottes Wohlgefallen zu erlangen, zu keinem anderen
Zweck. Verse wie die folgenden belegen dies:
Er ist der Lebendige. Es gibt keinen Gott außer Ihm. Darum
ruft Ihn an in aufrichtigem Glauben. Alles Lob gebührt Gott,
dem Herrn der Welten! (Sure 40:65 - Ghafir)
So ruft Gott an, lauter im Glauben, auch wenn es den
Ungläubigen zuwider ist. (Sure 40:14 - Ghafir)