Page 165 - Soziale Beziehungen, unter die Lupe genommen! 2019
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Bei Kindern geschiedener Eltern sind Gefühle von
Ohnmacht und Wut recht häufig, da sie keine Kontrolle
über die Ereignisse haben. Es kann den Kindern helfen,
wenn man sie um Rat bittet und ihnen, wo immer das
möglich ist, Wahlmöglichkeiten lässt—wenn es z.B. um
Dinge wie eine neue Wohnung geht. Manche Kinder
können von Mediation (Vermittlung) profitieren — in
den USA z.B. ist es üblich, dass ein Psychologe als Me-
diator oder bei Gericht als Anwalt des Kindes auftritt.
STIEFELTERN
Menschen, die mit einem Lebensgefährten oder einer
Lebensgefährtin mit Kindern aus früheren Ehen oder
Lebensgemeinschaften zusammenziehen, werden für die
Kinder des Partners zu Stiefvater oder -mutter. Dabei ist
es nicht von Bedeutung, ob die Kinder im gleichen
Haushalt oder bei ihrem anderen leiblichen Elternteil
leben.
Die Stiefelternschaft kann schwierig sein, besonders
wenn die Kinder im Teenageralter sind. Beziehungen in
der Stieffamilie sind am einfachsten, wenn die betroffe-
nen Kinder jünger als zehn Jahre sind. Mitglieder von
Stieffamilien neigen oft dazu, die Zeit und die Bemü-
hungen zu unterschätzen, die der Aufbau neuer Bezie-
hungen erfordert.
Der leibliche Elternteil
Wenn der leibliche Elternteil seinen Kindern einen
neuen Partner vorstellt, muss er sich sicher sein, dass die
Beziehung reif, engagiert und über einen längeren Zeit-
raum aufrechtzuerhalten ist. Kinder haben Schwierigkei-
ten damit, wenn ihre Eltern mehrere Partner nacheinan-
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