Page 140 - Selbstaufopferung und intelligente Verhaltensmuster bei Tieren
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SELBSTAUFOPFERUNG UND INTELLIGENTE VERHALTENSMUSTER BEI TIEREN
                  Vor jedem Bienenstock befinden sich Wachposten. Ihre Aufgabe besteht
               darin, sich Eindringlingen entgegenzustellen und zurückzudrängen. Jedes
               Lebewesen, das nicht den Geruch des Bienenstocks trägt, wird als Feind der
               anderen Bienen und Larven betrachtet.
                  Wenn am Eingang des Stocks ein Fremder ausgemacht wird, reagieren die
               Wachbienen sehr harsch. Mit einem schnellen Flügelschlag warnen sie sofort
               die Anderen. Gegen den Eindringling verwenden sie ihren giftigen Stachel.
               Dieses Gift enthält gleichzeitig einen Duftstoff, der sich im Stock verbreitet
               und ein starkes Gefahrensignal ist. Dem folgen die Bienen, indem sie sich
               kampfbereit zum Eingang des Stocks begeben.
                  Wenn die Wachbiene mit ihrem Stachel den Feind verletzt und ihm das Gift
               spritzt, wird der Geruch noch intensiver. Je stärker der Geruch ist, desto ent-
               schlossener kämpfen die Bienen. 140
                  Eigentlich kommt die  Verteidigung des Bienenstocks einem Selbstmord
               gleich. Der Stachel der Honigbiene hat kleine Widerhaken, wie die Stacheln
               des Igels. Aus dem Fleisch der meisten Tiere können sie ihn daher nicht mehr
               herausziehen. Während die Biene versucht zu fliegen, bleibt der Stachel in der
               Haut des Feindes stecken und der Rumpf der Biene reisst ab. Im abgerissenen
               Teil befinden sich die Giftblase und die Nerven, die dieses kontrollieren.
               Während die Biene an ihrer Verletzung eingeht, entsteht den übrigen im Stock
               dadurch einen Vorteil. Die aus dem Körper der toten Biene gerissene Giftdrüse
               pumpt immer weiter Gift in die Wunde ihres Opfers. 141
                  Wie kann man erklären, dass ein kleines Lebewesen vom Moment seiner
               Geburt an ohne Pause und ohne zu ermüden mit größter Sorgfalt und sogar
               unter in Kaufnahme des Todes sich für andere einsetzt? Darüber hinaus wei-
               sen seit Millionen von Jahren überall auf der Welt sowohl die Honigbienen als
               auch die Ameisen genau diese Opferbereitschaft auf. Es ist also kurz gesagt
               eindeutig, dass der erhabene Schöpfer aller Kreaturen, Gott, diesen Lebewesen
               ihr Handeln vorgibt, dass so viele Opfer in dieser kurzen Frist bereithält.

                  “Siehe, ich vertraue auf Gott, meinen Herrn und eueren Herrn.
                  Kein Lebewesen gibt es auf Erden, das Er nicht am Schopf er-
                  fasst. Siehe, meines Herren Weg ist gerade.” (Sure Hud, 56)









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