Page 173 - Soziale Beziehungen, unter die Lupe genommen! 2019
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die positive Einstellung eines Kindes zur Adoption stär-
ken, indem sie ihre eigenen Glücksgefühle mitteilen.
Adoptiveltern können z.B. davon erzählen, wie aufge-
regt sie waren, als sie das Kind zum ersten Mal sahen.
Das Adoptivkind
Ein kleines Baby fasst zu seinen Adoptiveltern eine
solche Zuneigung, wie das auch bei seinen leiblichen
Eltern der Fall wäre. Bei einem älteren Baby oder Kind,
das adoptiert wird, kann dieser Prozess länger dauern.
Die Eltern müssen stärker daran arbeiten, ein Vertrau-
ensband zu knüpfen, weil das Kind möglicherweise
schon nicht mehr so spontan und intensiv Beziehungen
eingehen kann. Kinder, die spät (womöglich in der Pu-
bertät) adoptiert werden, können große Schwierigkeiten
haben, ihre Adoptiveltern zu akzeptieren. Bei aggressi-
vem Verhalten, Schulproblemen oder Drogenkonsum
sollten Adoptiveltern professionellen Rat suchen.
Adoptivkinder haben in der Regel nicht mehr intellek-
tuelle oder emotionale Probleme als leibliche Kinder.
Kinder aber, die nach den ersten neun Monaten adoptiert
wurden oder die vor der Adoption keine angemessene
Fürsorge erhielten, können einige Schwierigkeiten ha-
ben.
Alle Adoptivkinder müssen mit Verlustgefühlen um-
gehen. Manchmal treten sie erst auf, wenn das Kind alt
genug ist, die Bedeutung der Adoption zu erfassen. Kin-
der, die sieben Jahre oder älter sind beginnen, über ihre
leiblichen Eltern nachzudenken und sich zu fragen, wa-
rum sie zur Adoption freigegeben wurden. Sie können
enttäuscht und wütend über ihre leiblichen Eltern sein,
weil diese sie weggegeben haben. Sie können auch
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