Page 208 - Soziale Beziehungen, unter die Lupe genommen! 2019
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ne leiden eher an Angstgefühlen (mit denen sie häufig
       nicht gut umgehen können), Schuld und Versagensängs-
       ten. Sie sind in der Schule meist besser als die jüngeren
       Geschwister und es gibt einige Hinweise darauf, dass sie
       im Berufsleben erfolgreicher sind.
         Erstgeborene reagieren auf die Geburt eines zweiten
       Kindes manchmal, indem sie anspruchsvoller unglück-
       lich oder verschlossen werden, weil sie den Verlust der
       elterlichen Zuneigung fürchten. Bisweilen möchten sie
       wieder wie ein Baby behandelt werden und kehren zu
       früheren Verhaltensformen zurück, wie Daumenlut-
       schen, Babysprache und Bettnässen.
         Die Eltern sollten das erstgeborene Kind auf die An-
       kunft eines Geschwisterchens vorbereiten. Die folgenden
       Methoden können einem Kind dabei helfen, mit der neu-
       en Familiensituation umzugehen:
       Zeigen Sie Ihrem Kind Fotos von ihm selbst, als es ein
        Baby war.
       Mütter können ein Kind fühlen lassen, wie das Baby
        sich in ihrem Bauch bewegt.
       Besprechen Sie die Schwangerschaft und die damit
        verbundenen körperlichen Veränderungen.
       Preisen Sie das Baby nicht als neues Brüderchen oder
        Schwesterchen an, mit dem man spielen kann. Das älte-
        re Kind wird enttäuscht sein, wenn es feststellt, dass
        das neue Baby ein dürftiger Spielkamerad ist.
       Wenn Ihr Kind in ein anderes Zimmer umziehen muss,
        um das neue Baby unter bringen zu können, tun Sie das
        lange vor der Ankunft des Babys, damit das ältere Kind
        sich nicht beiseite geschoben fühlt.

       Vermeiden Sie es, den Tagesablauf Ihres Kindes mit
        der Ankunft des Babys zu verändern.
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