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Wie du das anstellst solltest du selbst heraus-
                       finden,  denn  das  gehört  auch  dazu.  Was  Mi-

                       chael  mir  geraten  hatte  war  nicht  die  Lösung
                       meines Problems und trotzdem fühlte ich mich
                       leichter.  Wenn  alle  Menschen  beim  Heran-

                       wachsen mit ähnlichen Problemen zu kämpfen
                       hatten  und  die  Welt  dabei  nicht  untergegan-
                       gen  war,  müsste  ich  das  doch  wohl  auch

                       schaffen.

                       Vor der Schule ging ich an Kati vorbei und frag-
                       te  dabei  schnell  und  leise  „…können  wir  re-

                       den?  Sie  nickte  unmerklich  und  ging  ins  Ge-
                       bäude.  Nach  Schulschluss  kam  sie  als  letzte

                       heraus  und  überholte  mich  mit  schnellen
                       Schritten. „kleine Scheune, Schlag vier“ raunte
                       sie im Vorbeigehen. Mein Herz tat einen Hüp-
                       fer, die erste Hürde war geschafft.


                       Den restlichen Tag verbrachte ich damit indem
                       ich mir die Szenarien und Worte zurechtlegte,
                       mit einer Verletzung umginge oder die Verab-

                       redung aus irgendeinem Grund nicht stattfand.
                       Ich  versuchte  mich  abzulenken  aber  sogar

                       mein Pferd merkte das ich nicht bei der Sache
                       war. Als es endlich so weit war nutzte ich einen



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