Page 43 - Was will Gott_Neat
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ders wenn einmal eine böse Stunde kommt, da zürnen
und murren wir mit Ungeduld und alles ist dahin, was
wir unser Leben lang Gutes empfangen haben. Genau
so tun wir es auch mit unseren Eltern und es gibt kein
Kind, dass das erkennt und bedenkt, es sei denn, der
Heilige Geist gibt es ein. Solche Unart der Welt kennt
Gott; darum erinnert und treibt er sie mit Geboten,
dass jeder daran denke, was ihm die Eltern getan haben.
So findet er, dass er Leib und Leben von ihnen hat, dazu
auch ernährt und aufgezogen wurde, ansonsten wäre er
schon hundert Mal in seinem Mist erstickt. Darum ist
es recht und wohl gesagt von alten weisen Leuten: Gott,
den Eltern und den Lehrern kann man nie genug dan-
ken. Wer das ansieht und begreift, der wird wohl frei-
willig seinen Eltern alle Ehre antun und sie auf Händen
tragen, weil Gott ihm durch sie alles Gute getan hat.
Weiter soll das auch eine große Ursache sein und uns
umso mehr reizen, dass Gott an dieses Gebot eine lieb-
liche Verheißung heftet und spricht: auf dass du langes
Leben habest im Lande, wo du wohnst. Da siehe selbst,
wie ernst es Gott mit diesem Gebot ist, weil er nicht
allein sagt, dass es ihm angenehm sei, Freude und Lust
darin zu haben, sondern es solle auch uns wohl geraten
und zum Besten sein, dass wir ein sanftes, süßes Leben
haben mögen mit allem Guten. Darum rühmt auch St.
Paulus Eph. 6,2.3 solches, als er sagt: Das ist das erste
Gebot, das eine Verheißung hat: „auf dass es dir wohl
gehe und du lange lebst auf Erden.“ Denn obwohl die
andern auch ihre Verheißung eingeschlossen haben, ist
es doch bei keinem so deutlich und ausdrücklich fest-
gelegt.
Das ist nun die Frucht und der Lohn, dass, wer es
hält, gute Tage, Glück und Fürsorge haben soll, wie-
derum aber auch die Strafe, dass, wer ungehorsam ist,
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