Page 48 - Was will Gott_Neat
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Wenn wir nur einmal begreifen würden, dass sol-
           che Werke Gott so angenehm sind und so reichliche
           Belohnung bringen, würden wir in großen Gütern sit-
           zen und alles haben, was unser Herz begehrt. Weil man
           aber mit Gottes Wort und den Geboten so verächtlich
           umgeht, als hätte es irgendein Narr dahergeredet, so lass
           uns auch sehen, ob du der Mann sein kannst, der ihm
           entlaufen könnte. Wie schwer wird es ihm wohl wer-
           den, wenn er dich wieder bezahlt. Darum lebst du si-
           cher besser mit Gottes Wohlwollen, Frieden und Glück
           als mit Ungnade und Unglück. Warum denkst du, ist
           die Welt jetzt so voll von Untreue, Schande, Jammer
           und Mord, in der jedermann sein eigener Herr und
           Kaiser sein will, auf niemanden achtet und tut, was ihm
           gefällt? Darum straft Gott einen Spitzbuben mit dem
           andern: Wo du deinen Herrn betrügst oder verachtest,
           kommt ein anderer, der mit dir genau so umgeht, sodass
           du in deinem Haus von deiner Frau, deinem Kind oder
           deinen Dienstleuten zehn Mal mehr erleiden musst.
               Wir fühlen unser Unglück wohl, murren und kla-
           gen über Untreue, Gewalt und Unrecht, wollen aber
           nicht sehen, dass wir selbst Spitzbuben sind, die Strafe
           redlich verdient haben und davon trotzdem nicht bes-
           ser werden; wir wollen keine Gnade und Glück haben,
           darum haben wir selbst verdientes Unglück ohne alle
           Barmherzigkeit. Es müssen doch noch ein paar fromme
           Leute auf Erden sein, dass uns Gott noch so viel Gutes
           lässt; für uns selbst sollten wir kein Geld im Haus, kei-
           nen Strohhalm auf dem Felde behalten. Das alles habe
           ich schon mit so vielen Worten deutlich gemacht. Ob es
           sich wohl einmal jemand zu Herzen nehmen wird, dass
           wir die Blindheit und den Jammer, in den wir so fest
           eingebunden sind, loswerden können, indem wir Got-
           tes Wort und Willen richtig erkennen und mit Ernst


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