Page 51 - Was will Gott_Neat
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sein, dass sie ihre Aufgabe und ihr Amt vor allem herz-
            lich und in Treue ausüben. Ihre Kinder, Dienstboten,
            Untertanen usw. sollen sie nicht allein ernähren und
            leiblich versorgen, sondern zuallererst zu Gottes Lob
            und Ehre erziehen und hinführen. Darum denke nicht,
            dass dies in deiner Macht steht und du hier nach eige-
            nem Belieben handeln könntest, sondern Gott hat dir
            einen strengen Befehl gegeben und auferlegt. Du wirst
            ihm dafür Rechenschaft geben müssen.
                Wieder einmal ist es die leidige Plage, dass das nie-
            mand wahrnimmt und achtet, sondern wir verfahren
            so, als ob Gott uns Kinder gäbe, damit wir Lust und
            Spaß mit ihnen haben. Dienstboten behandeln wir, als
            seien sie wie eine Kuh oder ein Esel, nur zur Arbeit zu
            gebrauchen, oder kümmern uns nicht um unsere Unter-
            tanen, gerade so, als ginge es uns nichts an, was sie ler-
            nen oder wie sie leben und niemand will sehen, dass es
            ein Befehl der hohen Majestät ist, die ernstlich fordern
            und rächen wird, dass man sich, da wo es nötig ist, der
            Jugend mit großem Eifer annehmen muss. Denn wenn
            wir feine, geschickte Leute sowohl in der weltlichen wie
            auch in der geistlichen Regierung haben wollen, so dür-
            fen wir wirklich nicht an Fleiß, Mühe und Kosten bei
            unseren Kindern sparen, müssen sie lehren und erzie-
            hen, dass sie Gott und der Welt dienen sollen und nicht
            nur darum besorgt sein, wie wir für sie Geld und Besitz
            anhäufen können. Denn Gott kann sie wohl ohne uns
            ernähren und reich machen, wie er es auch täglich tut.
            Er hat uns dafür Kinder gegeben und anbefohlen, dass
            wir sie nach seinem Willen aufziehen und leiten, sonst
            hätte es keinen Vater und keine Mutter gebraucht. Da-
            rum soll jeder wissen, dass er die Pflicht hat, bei Ver-
            lust göttlicher Gnade, seine Kinder vor allen Dingen zu
            Gottes Furcht und Erkenntnis zu erziehen, und wo sie


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