Page 47 - Was will Gott_Neat
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du findest keinen Frieden im Herzen und dann kommt
auch noch Not und alles Unglück über dich. Wen das
dich nicht bewegen will, fromm zu werden, den befeh-
len wir dem Henker und dem Tod. Darum bedenke ein
jeder, der sich belehren lassen will, dass Gott nicht mit
sich scherzen lässt; und wisse, dass Gott mit dir redet
und von dir Gehorsam fordert. Gehorchst du ihm, so
bist du das liebe Kind; verachtest du es aber, so wirst du
Schande, Elend und Leid zum Lohn haben.
Es ist auch zu reden vom Gehorsam gegenüber der
weltlichen Obrigkeit, welche (wie gesagt) alle in den Va-
terstand gehört. Denn hier ist nicht ein einzelner Vater,
sondern er ist so viele Male Vater, soviel er Bürger oder
Untertanen hat. Denn Gott gibt und erhält uns durch
sie – wie durch unsere Eltern – Nahrung, Haus und
Hof, Schutz und Sicherheit. Weil sie solchen Namen
und Titel als ihren höchsten Preis mit allen Ehren füh-
ren, sind wir es ihnen auch schuldig, dass wir sie ehren
und achten wie den teuersten Schatz und das köstlichs-
te Kleinod auf Erden.
Wer nun hier gehorsam, willig und diensteifrig ist
und gern alles tut, was die Ehre anbelangt, der weiß,
dass er Gott gefällt und Freude und Glück zum Lohn
bekommt. Will er es nicht mit Liebe tun, sondern ver-
achten und sich weigern oder auflehnen, so muss er wis-
sen, dass er keine Gnade und keinen Segen hat. Wenn er
meint, ein Goldstück damit verdienen zu können, wird
er ihn an anderer Stelle zehn Mal verlieren oder durch
den Henker, durch Krieg oder Krankheit umkommen,
mit seinen Kindern nichts Gutes erleben und durch
seine Dienstleute, Nachbarn, Fremde und Herrscher
Schaden, Unrecht und Gewalt erleiden müssen, und so
bezahlen wir und es geschieht uns, was wir suchen und
verdienen.
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