Page 49 - Was will Gott_Neat
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annehmen? Daraus würden wir lernen, wie wir Freude,
            Glück und Heil zeitlich und ewig genug haben könn-
            ten.
                Also haben wir dreierlei Väter in diesem Gebote
            vorgestellt: Väter des Blutes, des Hauses und des Lan-
            des. Darüber hinaus gibt es auch noch geistliche Väter,
            nicht wie im Papsttum, die sich zwar so nennen ließen,
            jedoch kein Vateramt ausgeübt haben. Denn nur die
            werden geistliche Väter genannt, die durch Gottes Wort
            über uns regieren und uns vorstehen; so wie sich Paulus
            rühmt, Vater zu sein, (1. Kor. 4,13), wenn er sagt: „Ich
            habe euch in Jesus Christus gezeugt durch das Evange-
            lium.“ Weil sie nun Väter sind, gebührt ihnen auch Ehre
            vor allen andern. Aber ihnen wird die Ehre am wenigs-
            ten erwiesen; die Welt ehrt sie derart, dass man sie aus
            dem Lande jagt und ihnen kein Stückchen Brot gönnt
            und sie müssen, wie Paulus sagt (1. Kor. 4,13), der Welt
            Kehricht und Dreck sein. So ist es nötig, dies auch dem
            einfachen Volk deutlich zu machen, dass nämlich die-
            jenigen, die Christen sein wollen, es vor Gott schuldig
            sind, denen, die sich um ihre Seelen kümmern, doppel-
            te Ehre zuteilwerden zu lassen, ihnen Gutes zu tun und
            sie zu versorgen. Gott will dir dafür auch genug geben,
            damit du keinen Mangel leiden musst. Aber dagegen
            sträubt und wehrt sich ein jeder; sie haben die Sorge,
            dass der Bauch nicht satt wird. Und so können sie jetzt
            nicht einmal einen einzigen rechtschaffenen Prediger
            ernähren, obgleich wir zuvor doch zehn Mastbäuche
            gefüllt haben. Somit verdienen wir es auch, dass Gott
            uns sein Wort und seinen Segen wegnimmt und uns
            Lügenprediger schickt, die uns zum Teufel führen und
            uns dazu noch unseren Schweiß und unser Blut aussau-
            gen.
                Diejenigen aber, die Gottes Willen und Gebot vor


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